Nun wissen wir was 50 Knoten sind. Die dunklen Wolken, welche sich mehrmals täglich über die Insel über unseren Ankerplatz wälzen, kennen wir schon. Auch die Böen, die ihnen voraus gehen. Deshalb passt dieser Ankergrund auch so schlecht zum Wetter. Immer wieder rutschen wir. Den meisten anderen um uns herum geht das auch so.
Heute jedoch bläst es so kräftig, dass die Wellen nicht nur schäumen und brechen. Die Gischt treibt in ein bis zwei Meter Schwaden über ihnen. Unsere Nachbarn können wir kaum noch erkennen. Ein bisschen erinnert die schlechte Sicht an einen Schneesturm im Winterurlaub. Natürlich hält unser Anker nicht. Auch unsere Nachbarn, holen ihren gerade hoch, um ihn an anderer Stelle neu zu versetzen. Alle kriechen trotz Starkregen aus den Salons und gehen auf Ankerwache. Ein Bündel orangefarbener Schwimmwesten treibt an uns vorbei. Stefan sichert sie mit einem Kopfsprung über die Reling. Ein kleines Boot treibt auf uns zu. Die junge Frau am Burg hält die Ankerleine mit beiden Händen fest. Sie treiben trotz dessen immer wieder ab. Erst als die Böen schwächer werden, finden sie weit hinten im Ankerfeld wieder Halt.
Am Ende liegt ein Kalmar mit ausgelaufener Tinte an Deck. Ich weiß zwar nicht wie das gehen soll, aber er muss vom Wind aus dem Wasser hinaus und hier rauf geschleudert worden sein, denn diese Tiere springen nicht.



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