Samstag, 24. September 2022

Allee der Vulkane in Ecuador

Die Anden teilen das Land so ziemlich in der Mitte. Im Westen fließen die Flüsse in den Pazifik, im Osten bilden sie ein verzweigtes Netz und landen im Amazonas. Dazwischen erheben sich die Berge und mittendurch führt die Panamericana, um all die Orte im Hochland zu verbinden. Wir leihen uns in Cuenca ein Auto für 10 Tage, um das Land über diese Achse zu erkunden und starten im südlichen Cuenca. Unser Ziel ist Quito im Norden. Ecuador erweist sich als optimales Reiseland. Die Strecken sind kurz, die Landschaften schön und abwechslungsreich. Überall ist es sauber und gepflegt. Wir werden in allen Orten freundlich und warmherzig empfangen. 

Cuenca lädt mit Sonne und gemütlichen Cafés zum Ausruhen ein. Die überbordenden Eindrücke von den Galapagosinseln können sich etwas setzen. Alausi ist ein größeres Dorf und stimmt uns auf das ländliche Leben inmitten von Bergen ein. Auch wenn wir die Frauen überall in hübscher traditioneller Kleidung sehen, hier sind sie  besonders schön angezogen. Farbenfrohe und edle Stoffe, bunt mit Blumen und Perlen bestickt, tragen sie in mehreren Schichten am Körper. Sie lassen sich nicht gern fotografieren und so vermeide ich es schweren Herzens, dafür jedoch respektvoll und versuche diese Bilder im Hirn zu speichern.


Die ersten gletscherbedeckten Vulkane glitzern in der Sonne und lassen unsere Herzen höher schlagen. Sie scheinen uns zuzuzwinkern und ich ahne, was sie Bergsteiger an ihre Gipfel treibt. Uns ist das zu hoch, wir suchen uns gute Aussichtspunkte, bestaunen und fotografieren die eindrucksvollen Riesen von unten. Dabei erreichen wir immerhin die 4000 Meter über dem Meeresspiegel, was für uns Wasserratten schon eine Herausforderung ist. Die Kopfschmerzen halten sich jedoch in Grenzen und die Atemnot lässt sich mit Temporeduzierung aushalten.

Der Chimborazo ist mit seinen 6263 Metern der höchste In Ecuador. Der schönste ist jedoch der Cotopaxi. Ebenmäßig ragt er wie ein Kegel in den Himmel und seinen Gletscher trägt er wie einen Harlekinkragen. Besonders sind hier auch die vielen Kraterseen. Bei schönem Wetter leuchten sie in unterschiedlichen Türkistönen. Wir nehmen uns Quilotoa vor und es lohnt sich. Hier begegnen uns die ersten Alpakas mit ihrem einzigartigen wattebauschartigen Fell. 


Einmal biegen wir etwas weiter in ein Tal nach Osten ab. Baños ist das St. Moritz Ecuadors. Es gibt hier zwar keine Skipisten, aber viele eindrucksvolle Wasserfälle und wir baden in 42 Grad heißem Wasser, das direkt aus dem Berg kommt. Die Vulkane der Anden sind weiterhin aktiv und neben den Schrecken der Ausbrüche, hat das auch seine positiven Seiten. Auf unserer Reise haben wir schon viele Wasserfälle gesehen, aber diese hier prallen mit einer Urgewalt ins Tal, dass man Respekt bekommt. Touristisch sind einige so gut ausgebaut, dass wir ganz nahe herankommen und die Kraft des Wassers hautnah spüren können, ohne in Lebensgefahr zu geraten.


In Otavalo erleben wir noch einmal das ecuadorianische Land- und Stadtleben in vielen Facetten. Vom Markttreiben über spektakuläre Aussichten bis zum Wasserfall ist alles dabei. Schafe und Kühe kreuzen unseren Weg und das ein oder andere Lama grast am Straßenrand. 


Quito bildet den Abschluss unserer Reise. Hier haben im 18. Jahrhundert einige Franzosen das Land vermessen, um die genaue Lage des Äquators zu ermitteln. Die Allee der Vulkane zwischen Cuenca und Quito bildet dafür gute Voraussetzungen. Dann wird auf der Nulllinie ein großer Turm als Denkmal und eindeutiges Zeichen gebaut. Dass sich die Vermesser um 240 Meter oder um 8” verrechnet haben, ist bitter. Aber da der Turm nun mal steht, schaut der Ecuadorianer lässig darüber hinweg, bezeichnet den Ort als Mittelpunkt dr Welt und nimmt viel Eintritt von den Touristen. Auch wir fallen darauf rein. Mit der Seilbahn und den Beinen erreichen wir unseren höchsten Punkt von 4016 Metern über den Meeresspiegel. Während ich ohne Probleme bergziegenartig die letzen Höhenmeter nehme, kommt Stefan ganz schön außer Puste. Die Sicht ist schlecht, eigentlich sollte man von hier aus die meisten Gipfel sehen. Aber ein Gewitter zieht auf. Es ist so nah, dass wir uns lieber in die Bergstation verziehen. Sogar die Seilbahn bleibt für eine halbe Stunde stecken, was Angst und Schrecken unter den Passagieren in den Gondeln verbreitet. Die Hauptstadt hat einige schöne Ecken, wird jedoch vom Verkehrschaos bestimmt. Wir nehmen uns Zeit für einige interessante Museen, schlendern durch die koloniale Altstadt, lassen mal wieder unsere Wäsche waschen und stimmen uns auf Peru ein. 


Video Guayaquil: https://youtu.be/fOJaDnAAzJ8

Video Ecuador: https://youtu.be/tY58qz30f3I


Cuenca

Sonne und Pause


Ingapirca, die erste Inkafestung für uns

der Inka und el Capitano

Lama für Touristen herausgeputzt

Mir ist wieder warm. Die Alpakajacke
kaufe ich bei Maria vor der ältesten Kirche Ecuadors.

Chimborazo, höchster Gipfel Ecuadors

Der Gletscher wird jedes Jahr kleiner.

Riobamba, beschaulich klein

Auf dem Weg nach Baños!

im heißen Bergwasser vor kaltem Wasserfall

Cascada Machay

Cascada el Pailón

geballte Kraft mit zartem Arco de la Luz

Laguna de Quilotoa in einer Caldeira

Alpakas

zwei schlappe Touristen auf starken Maultieren

wundervolle Aussichten, Chimborazo und sein Nachbar

gegenüber der Cotopaxi

Cotopaxi ganz nah

Gipfelstürmer, Hochstapler oder Poser?

Mitfahrgelegenheit gesucht
 oder geht´s doch nur um eine milde Gabe?

senkrechte Schluchten ins Flusstal

lokaler Markt in Otavalo

auf Höhe der Gewitterwolken

240 m neben dem Äquator

im Observatorium Quito


die Wasserspeier sind Schildkröten, Iguanas, Jaguare, Nasenbären…

im Atelier von Oswald Guayasamin

Abschied von Ecuador

Sonntag, 11. September 2022

Einzigartige Tierwelt im Galapagos-Archipel hautnah

Wer kennt die Galapagosinseln nicht, zumindest vom Hörensagen? Charles Darwins Evolutionstheorie fand hier ihren Nährboden. Das Archipel steht schon lange auf unserer Liste aufgrund der einzigartigen Tierwelt, Arten die es nur hier geben soll, endemisch eben. Die Restriktionen sind hart, besonders für Segler. Schließlich will man die Ursprünglichkeit erhalten und wenn möglich wieder herstellen, was fast verloren geht. Besonders einreisende Segler haben eine lange Liste von Auflagen, dürfen die Inseln nur mit Guides betreten und werden streng kontrolliert. Das sind alles Gründe, die Galapagos nicht selbst anzusteuern, sondern von Ecuador aus mit dem Flugzeug zu besuchen. Es werden die teuersten zwei Wochen unserer bisherigen Reise, sogar unseres Lebens. Aber es lohnt sich. 

Die Angelito, ein kleines Kreuzfahrtschiff für 16 Gäste, bringt uns zu fast allen Inseln des Archipels. Hanzel und Maya zeigen uns die besten Spots an Land und unter Wasser. Wir sind umringt von Tölpeln mit braunen, leuchtend blauen oder roten Füßen, von Fregattvögeln mit aufgeblähten roten Kehlsäcken und Lavamöwen. Die verspielten Seelöwen liegen nicht nur am Strand herum, sondern okkupieren jeden halbwegs bequemen Platz. Wir schwimmen mit ihnen und spielen mit den Jungtieren im Wasser. Mir werden sie sogar ein bisschen zu übermütig, als sie nach Flossen und Gopro schnappen. Ich schwebe im siebten Himmel der wilden Tierwelt und bekomme vor Aufregung kaum noch Luft, weiß nicht, was ich zuerst ablichten soll und bin besonders von der Nähe überwältigt. 


Die Galapagosinseln haben lange das Glück für die Menschen uninteressant zu sein. Aufgrund fehlender Säugetiere, kennt die Welt hier kaum natürliche Feinde. Einzig die Walfänger kommen vorbei und nehmen tausende der Landschildkröten mit. Man kann sie ohne Futter und Wasser im Rumpf des Schiffes mindestens ein Jahr lagern, bevor sie sterben und hat so lange frisches Fleisch an Bord. Außerdem lassen sie sich gut einsammeln und stapeln. Der Mensch wird erst im 20. Jahrhundert besonders invasiv, indem er langsam die Inseln besiedelt. Zu spät, um alles zu zerstören. Der Naturschutz wird hier gelebt und kann leuchtendes Beispiel für andere Landflecken auf unserer Erde werden. So dürfen wir etliche Landschildkröten bewundern, einige sind wohl weit über hundert Jahre alt. Farbenprächtige Landleguane und tausende schwarze Marine-Iguanas erinnern an die Zeit der Dinosaurier. Wir sehen die wohl kleinsten Pinguine der Welt und die flugunfähigen Kormorane, unzählige Wasserschildkröten und viel bunte Fische. Die Haie lassen sich auch blicken. Ein ganzes Rudel Hammerhaie schwimmt etwa 10 Meter unter uns hinweg. Ich sehe meine ersten beiden Adlerrochen. Auch die Albatrosse brüten hier und zeigen uns ihren lustigen Balztanz. Allen Seevögeln können wir in die Nester schauen. Ich muss mich sehr im Griff haben, um die flauschigen Wattebällchen nicht zu befühlen. Da Spiel einer Walmutter mit ihrem Kind dürfen wir einmal aus der Ferne beobachten. Das war uns die ganzen letzten vier Jahre auf dem Atlantik nicht vergönnt.


Das Galapagosvideo: https://youtu.be/HVaSYzTvxDU

Chevice: https://youtu.be/AAU_AY5euIw

Vögel: https://youtu.be/6c3LW1JlJ2w

Wasserschildkröten: https://youtu.be/aZIhUeVQwA0

Leguane: https://youtu.be/8aHscsBh2rc

Riesenschildkröten: https://youtu.be/PviR7t7Pj00

Seelöwen: https://youtu.be/Hgbruaym-8Y


Hier eine kleine Auswahl von meinen tausend Fotos:


Blaufußtölpel

Rotfußtölpel

Nascatölpel

Fregattvogel, Männchen auf Weibchensuche

Galapagoseule

Galapagospinguin

der flugunfähige Galapagoskormoran

Galapagos Seelöwen stammen vom kalifornischen Seelöwen ab.
Seelöwenvideo: https://youtu.be/Hgbruaym-8Y

Sie haben das Jedermannsrecht auf den Inseln.
Stefan ist der Eindringling.

Selten ist eine Bank frei.

Im Wasser haben sie ihren Spaß mit uns.

Mit Vorsicht und zwei Metern Abstand!

So süß, diese Nasen.

Der Fellseelöwe stammt vom Seebären aus der Antarktis ab.

Marine Iguanas stapeln sich auf fast allen Inseln.
Iguanavideo: https://youtu.be/8aHscsBh2rc

Landleguane punkten mit ihren Farben.
Iguanavideo: https://youtu.be/8aHscsBh2rc

eine legendäre Riesenschildkröte der Galapagosinseln
Schildkrötenvideo: https://youtu.be/PviR7t7Pj00

Manche haben sehr lange Hälse und Beine.
Schildkrötenvideo: https://youtu.be/PviR7t7Pj00

Auch die Schnorchelgänge lohnen sich.

Die perfekten Schwimmer!
Seelöwenvideo: https://youtu.be/Hgbruaym-8Y

Galapagoskaiserfisch