Trotz des ganzen Aufwandes mit zusätzlichen PCR-Tests und immerwährenden Ungewissheiten wagen wir den Deutschlandbesuch. Immerhin haben wir unser Rudel bereits seit zwei Jahren nicht mehr beschnuppert. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten wir auch seit März 2020 keinen Besuch mehr an Bord. Bevor es zum Ende des Jahres wieder in die Karibik geht, ist immerhin die Reisestrecke kürzer. In Deutschland entspannt sich die Covid-Situation gerade ein wenig. Es scheint, wir haben mit dem Juni einen günstigen Zeitpunkt erwischt. In Hamburg dürfen die Restaurants und Läden wieder öffnen, was jene Bewohner in Scharen an die frische Luft, in die Parks, auf die Alster und ihre Kanäle treibt. Ich kann nicht sagen, was voller ist, die Wiesen und Wege oder die Wasseroberfläche. Wir erleben das erste Wochenende in der nordischen Großstadt mit echtem Frühsommerwetter und werden unweigerlich an Goethes Osterspaziergang erinnert.
„Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden.
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern…“
Ich genieße das Wiedersehen mit Anne und sie bewirtet uns köstlich. Von ihr habe ich einen Großteil meiner Kochkunst gelernt und inzwischen hat sie ihre weiter vervollkommnet. Zwei gemeinsame Tage mit Anne, Daniel, Lucy und Edgar. Wir genießen jede Sekunde!
Dann geht es weiter nach Rostock und ich schließe mein Schwesterherz in die Arme. Ihre Jungs sind junge Männer geworden. An den Kindern sieht man erst, wie lang 730 Tage sind. Anton läuft gerade in die Ziellinie seines Abimarathons ein. Ein Lauf, der in Coronazeiten deutlich selbständiger und mit viel weniger Boxenstopps absolviert werden muss. Und dann müssen die Prüfungsfragenerfinder in Mathematik ihre bereits seit Jahren bewiesenen Gemeinheiten noch verdoppeln. Ich verstehe diese Strategie nicht und werde wohl auch nicht mehr dahinter steigen. Sie hat gar nichts mit Pädagogik zu tun und wirkt in keinster Weise positiv auf die Entwicklung unserer jungen Erwachsenen. Das krasse Gegenteil ist der Fall! Anton kann trotz aller Hindernisse ein gutes Abitur vorweisen und wir sind alle stolz auf ihn. Seine Lehrstelle bei den Panzerknackern hat er sicher. Mein großer Neffe wird Goldschmied wie seine Mutter. Nun sind aber erst einmal Ferien und die brauchen beide Jungs dringend. Theo hat noch ein Jahr, um sich auf diesen unsäglichen Marathon vorzubereiten. Dann geht es auch für ihn ins Rennen.
Wir genießen zwei Wochen in Rostock, besuchen täglich Freunde, erzählen und essen. Tagsüber erholen wir uns in Netti´s und Thorstens Oase und erledigen ein paar notwendige Arztbesuche. Ute und Bernd haben nun einen Garten und genießen ihre grüne Insel. Ines baut sich weiterhin ein neues Leben auf und wehrt sich standhaft gegen emotionale Angriffe. Iris und Detlef müssen gerade die liebe Mama beerdigen und haben trotz dessen Zeit für uns. Was der Alltag für die einen ist, wird für uns zum anstrengenden und doch so wundervollen Intensivtrip. Der Kontrast zu unserem Bootsleben in einsamer Zweisamkeit ist überwältigend. Wir feiern Joachims Geburtstag und stutzen gleich ein paar Bäume im Garten. Belinda und Maxe stellen uns ihre Partner vor, mit denen sie seit geraumer Zeit glücklich sind. Wir treffen uns vor Restaurants oder kochen gemeinsam, sitzen im Garten oder auf der Terrasse, immer mit leckeren Speisen und viel Gesprächsstoff.
Dann gehts für eine Woche nach Templin, umweltfreundlich und preiswert mit dem Zug. Wenn man Zeit hat, lässt sich die entspannte Fahrt selbst mit Umwegen genießen. Wir feiern Muttis Geburtstag, erleben das wirklich schöne Templin mit seinen vielen frisch sanierten mittelalterlichen Fachwerkhäusern, gehen im Lübbesee baden, durchstreifen das wunderschöne "Boitzenburger Land" und gammeln einen ganzen Tag mit einem Floß auf den Feldberger Seen herum. Mir wird wieder einmal mit große Macht bewusst, an welch einem traumhaften Ort ich aufwachsen durfte. Dieses Gefühl, einschließlich einer tiefen Dankbarkeit, überwältigt mich und macht mein Herz ganz weit. Wir treffen meine Schulfreundin Kathleen mit ihrem Mann und vergessen die Zeit auf ihrer Terrasse. Weit nach Mitternacht schlendern wir durch eine warme Sommernacht durch die dunklen Straßen der Stadt. Tags darauf werden wir unkompliziert in Kathleens Arztpraxis gegen das Coronavirus geimpft.
Unsere letzte Stadtion ist Landshut. Für unsere Tochter planen wir ebenfalls zwei Wochenenden ein. Wir stromern durch ihre neue Heimatstadt an der Isar, die uns im Zentrum sehr an Rostock erinnert, wandern am Donaudurchbruch zur Weltenburg, einem im 7. Jh. gegründeten Kloster, das auf einer Sandbank steht und besuchen Alexanders Eltern. Ein fünftägiger Ausflug in den Schwarzwald ermöglicht uns zwei angenehme Abende mit Stefans Bruder Adrian und seiner Familie. Wir lernen die einzigartigen Orte Altensteig und Berneck kennen, deren Häuser nicht nur auf steinernem Grund stehen, sondern in die steilen Felswände gebaut wurden. So viele Eindrücke in so kurzer Zeit, die erst einmal geordnet und verarbeitet werden müssen. Die letzte Woche wird etwas ruhiger und ich überwinde mich endlich dazu, die Buchhaltung und Steuererklärung für 2020 zu machen. Morgen geht es zurück zu unserem Boot nach Santa Maria in den Azoren. Weitere PCR-Tests sind trotz erster Impfung unumgänglich. Aber all das ist es wert, um unsere Lieben in den Arm zu nehmen, Zeit mit ihnen zu verbringen und emotional auf den neuesten Stand gebracht zu werden.
Nun hoffen wir auf Gegenbesuche. Kathleen und Marco wollen Ende Oktober kommen. Edgar hat deutlich Interesse geäußert. Mal sehen ob er die Reise umsetzen kann. Die Azoren gehören zu Portugal, welches nun zum Virusvariantengebiet erklärt wurde. Da spielt es keine Rolle, ob die Inseln betroffen sind oder nicht. Will man zurück nach Deutschland, müssen 14 Tage Quarantäne eingeplant werden. Für im Homeoffice Arbeitende und Rentner ist das sicherlich kein Problem. Von September bis November sind wir wahrscheinlich auf den Kanarischen Inseln La Palma, La Gomera und El Hierro. Danach ist ein letzter Stop in Mindelo auf den Kap Verden geplant, bevor wir im Dezember oder Januar in die Karibik zurücksegeln. Wer ein bisschen weiter fliegen kann und echtes Karibikflair erleben will, dem empfehlen wir Grenada und die Grenadinen im Januar und Februar. Alle Termine ergeben sich grob aus der derzeitigen Planung. Ob es so kommt, wird die Zeit zeigen. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf euren Besuch. Sagt Bescheid wo oder wann und wir planen gemeinsam unseren Treffpunkt. Bis bald!
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| Osterspaziergang in Hamburg an der Alster |
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| Freundinnen fürs Leben |
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| bei Ute und Bernd im Garten |
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| Rudel beim Essen im Rostocker Stadthafen |
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| Ein ganzer Tag mit Iris und Detlef |
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Familienzuwachs (Julian und Angkana sind leider noch nicht in D.) |
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| Erinnerungen schweißen uns zusammen. |
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| in Netti`s Paradies entspannen |
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| Gemeinsam sorgen wir für mehr Licht. |
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So ein junger Hund steht meist im Mittelpunkt. (Kiko will ein Therapiehund werden.) |
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| mit Muddi bei Vaddi |
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| gemeinsame Wanderungen in Bayern |
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| beim Pruda mit Familie |
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wie die Tochter so die Mama (Oder war es umgekehrt?) |