Dienstag, 21. Dezember 2021

3. Atlantiküberquerung / 2. von Ost nach West

Von El Hierro werden wir fünf Tage 789 Seemeilen `gen Südwesten segeln, um Mindelo im Kap-Verden-Archipel zu erreichen. Dort wollen wir ein wenig Afrikaluft schnuppern, eine zweite, vielleicht auch dritte kapverdische Insel kennen lernen, die Kühlschränke noch einmal auffüllen, um dann die zweite Etappe nach Westen in die Karibik in Angriff zu nehmen. Unser Ziel ist Martinique und beim letzten Mal im Januar 2019 haben wir für diese gut 2100 Seemeilen 14 Tage benötigt. Im Moment dürfen wir als „Geimpfte“ in die Kap Verden und auch auf die französischen Karibikinseln ohne weitere PCR-Tests einreisen. Deshalb entscheiden wir uns gegen Barbados, das wir noch nicht kennen, und Grenada sowie die Grenadinen, wo ich so gern noch ein paar Wochen länger geblieben wäre. Da wir nach neun! mehr oder weniger schmerzvollen Hirnuntersuchungen die Nase buchstäblich und im übertragenen Sinne voll haben, wird sich unsere Reise nun zusätzlich nach den Covid-Einreisebedingungen richten, so weit möglich zumindest. So der Plan und wieder kommt es anders.

Die erste Etappe bewältigen wir sehr bewegt in 107 Stunden, der Motor muss nur bei sieben davon helfen. Das ist ein guter Schnitt. Wir haben ein nigelnagelneues 175 qm großes Leichtwindsegel von Oxley. Weil man es vor den Bug spannt und die Firma uns den Namen fast in den Mund legt, nennen wir es „den Ochsen“. Er ist für Rückenwind gedacht und deshalb wurde er vor diesem Atlantikcrossing angeschafft. Erst ist die Welle zu groß, um das dünne große Tuch herauszuholen, als es ruhiger wird, wagen wir es und der Ochse zieht gut. Wir sind mit 9 - 10 Knoten unterwegs und haben Spaß. Fünf Stunden später gibt es einen lauten Knall und das neue Leichtwindsegel flattert knistern herum. Schnell bergen wir es und entdecken ein komplett abgerissenes Schothorn. Wie kann das denn passieren? So etwas haben wir beide noch nie gesehen. Es hilft nichts, der Ochse wird schwer verletzt verstaut und wir segeln auf traditionelle Weise, etwa 1,5 Knoten langsamer, weiter. Schade eigentlich, er wird uns insbesondere auf der zweiten, deutlich längeren Etappe sehr fehlen.


Mindelo empfängt uns diesig. Inzwischen wissen wir, das dies am Saharasand in der Luft liegt. Sie Sonne wirkt eher wie ein großer gelber Mond und São Vicentes Berge sehen wir gespenstisch erst kurz vor Ankunft vor uns aufragen. Während unserer Überfahrt haben die Behörden der Kap Verden entschlossen, dass sie nun doch einen PCR-Test sehen wollen. Geimpft oder nicht spielt dabei keine Rolle mehr. Wir drehen eine Runde durch Mindelo, atmen die sandige Luft und entscheiden uns für einen kurzen Aufenthalt. Das Einklarierungsbüro finden wir sicherheitshalber nicht und hoffen, dass uns niemand nach den Einreisepapieren fragt. Auf den Mercados kaufen wir frisches Gemüse und Obst sowie ein dickes Stück vom Thunfisch. Der Ankerplatz vor Mindelo ist sehr unruhig. Beständig weht es mit Böen um die 30 Knoten. Also beschließen wir, die Bucht zu wechseln, um vor dem Crossing noch eine Nacht ruhig zu schlafen.


Wild geht es durch die Meerenge zwischen den zwei nordöstlichsten Inseln des Archipels. In der von uns anvisierten Bucht haben wir plötzlich 45 Knoten von vorn. Trotz ablandigen Wind schäumt sie komplett weiß und scheint nicht eine windgeschützte Ecke zu haben. Überall werden Schaumkronen in dichten Tropfenwolken über das Meer getrieben. Stellt euch einen Schneesturm vor, statt Flocken fliegt der Sprühregen horizontal. Eine Ecke weiter sieht es nicht besser aus. Zurück ist quasi unmöglich. Trotz voller Motorkraft kämen wir nur mit zwei Knoten voran. Die See kocht, der Wind pfeift und unser Cockpitdach wackelt. Wir drehen bei, richten den Bug nach West und starten nur halb vorbereitet und unerwartet einen Tag eher über den Atlantik. Mehr als 2000 Seemeilen weiter westlich befindet sich eine wundervolle ruhige Bucht. Dort werden wir also Ankern.


Die Kap Verden sind erneut nicht unser Fall. Nicht nur die sandige Luft und das afrikanische Flair, sondern auch die schlechten Ankerbedingungen  sorgen dafür. Es gibt genügend Segler, die das anders sehen, aber wir weinen dem Archipel keine Träne nach. Das nächste Mal, sollte es noch eines geben, werden wir, wie viele andere auch, direkt von den Kanarischen Inseln starten. Das Seglercafé direkt an der Marina in Mindelo strahl jedoch einen besonderes Flair aus. So haben wir die Aufbruchstimmung noch nirgendwo anders erlebt. Die Atmosphäre auf der Terrasse ist so gesättigt davon, dass ich sie greifen kann. Egal welche Sprache die Segler hier sprechen, wir spüren das Adrenalin, die Aufregung und Spannung vor diesem Crossing.


Dann umgibt uns für fast 12 Tage nur noch Wasser, das sich meist in mehr oder weniger drei Meter hohen Wellen bewegt. Die Lady kommt aus dem Schaukeln nicht mehr heraus. Beschäftigungen fallen aus, da man sich permanent festhalten und beim Herumsitzen sicher verkeilen muss. Lesen geht manchmal, hören ist besser. Trotz Tabletten ist mir latent flau im Magen. Deshalb bin ich auch immer früh im Bett. Gleich am ersten Abend rutscht Stefan auf Socken ungebremst durch die Küche. Statt sich festzuhalten, schlagt er mit dem Kopf auf. Seine Stirn ist halbmondförmig in der Größe einer Untertasse aufgeplatzt. Ein Schrei holt mich aus dem Bett. Ich ziehe ihm seekrank bei Seegang die Stirn aus den Augen und fixiere sie mit Steri-Stripes dort, wo sie hingehört. Stefan hält mich derweil fest, damit ich die Hände frei habe und nicht auch noch unkontrolliert im Rumpf umherfliege. Zum Glück heilt alles gut, keine Gehirnerschütterung oder Entzündung. Dafür steckt mir ein Riesenschreck in den Knochen. Stefan sollte mit Helm segeln und er bekommt Sockenverbot. Zum Ende der Strecke wird es zeitweise etwas ruhiger. Wie alles hat auch diese Medallie zwei Seiten: Viel Wind und Welle bedeuten hohe Geschwindigkeit. Unser Spinnackerbaum macht das nicht mit. Nach ein paar Tagen bricht er mit lautem Knall und wir segeln mal wieder langsamer weiter. Die fliegenden Fische tanzen auf den Wellen Ballett wie kleine Tinkerbells, viel zu schnell, um sie ablichten zu können. Delfine kommen zwei Mal, bleiben dafür eine Weile und unterhalten uns mit tollkühnen Sprüngen. Klar mache ich einen Film für euch und einen zweiten zum Crossing allgemein. Alles weiteren Details zur Überfahrt könnt ihr dann in meiner nächsten Kurzgeschichte nachlesen. Die soll vielleicht Ende Januar fertig werden. Alles braucht seine Zeit und die während des Crossings konnte ich sie leider nicht nutzen.


Jedenfalls landen wir 2111 Seemeilen und 287 Stunden später zum Sonnenaufgang in der wundervoll ruhigen Bucht vor St. Anne im Süden von Martinique. 

Binnen Sekunden ist all das Leid auf dem Meer vergessen.


Video Atlantikcrossing


Kleine Leuchtturminsel vor Mindelo mit Abendsonne


Immer dem Sonnenuntergang entgegen...



Mahi Mahi Filet, Küchenarbeit ist eine Herausforderung.

Sogar das Frühstück wird gesichert.

Nach der dicken Regenwolke kommt der Regenbogen.

Nach 5 Tagen darf der Verband ab.

Küchenarbeit im Cockpit ist für den Magen angenehmer.

Dicke Regenwolken ziehen über uns hinweg.

Meine liebsten Besucher auf See.





Sonntag, 28. November 2021

Der Winter kommt - El Hierro

Ja, darüber könnt ihr nur lachen, denn in Deutschland herrscht echtes Novemberwetter und die ersten Schneestürme sind angesagt. Aber wir frieren. Es wird Zeit, mit den Zugvögeln zu reisen. Sie sind uns wahrscheinlich weit voraus. Wir tragen wieder lange Hosen, Kaschmirpullover und Weste. Ich nähe Stefan einen kuschelwarmen Bademantel. Abends läuft die Heizung an Bord. Jeder Sonnenstrahl wird eingefangen und nach langer Zeit gab es mal wieder heiße Linsensuppe.

El Hierro lohnt sich. Da die Insel so abgeschlagen liegt und außerdem so klein ist, verirren sich nur wenige hier hin. Als La Gomera schon lange fertig war, reißt die Erdkruste tief im Atlantik. Die austretende Lava türmt sich steil auf, bis der neue Gebirgsrücken aus der Wasseroberfläche ragt. 2000 Meter sollen es gewesen sein und dann stürzt ein Teil der Insel in Meer, verursacht einen riesigen Tsunami, der wohl sogar bis Amerika reicht und hinterlässt eine wundervolle langgezogene Bucht - El Golfo genannt. Dort quartieren wir uns in das kleinste Hotel der Welt ein, dort tosen die Wellen fortwährend an den schwarzen Basalt, von dort aus erkunden wir mit einem Mietwagen die Insel und dort fliege ich das erste Mal mit einem Paragleitschirm von über 1000 Metern Höhe hinunter ins Tal. Wie ein Adler kreise ich während des Sonnenuntergangs in der Thermik, ziehe einen großen Bogen über weiß schäumenden Wellen und türkisblauen Wasser an der rauhen tiefschwarzen Küste. 


Hier kann man wandern, César Manrique besuchen und bei ihm mit bester Aussicht über die El Golfo-Bucht zu Abend essen. Viele Aussichtspunkte bieten eine spektakuläre Sicht, da es überall sehr steil hinab geht. Von 1500 Metern sehen wir Teneriffa, La Gomera und La Palma. Hier wachsen die windflüchtenden Wacholder, jeder ein eigenes Kunstwerk. Hier war lange Zeit das Ende der Welt. Auf den westlichsten Zipfel der südwestlichsten kanarischen Insel legte man im Mittelalter den Nullmeridian. Erst 1884 wird er nach Greenwich verlegt. Damals hat man die Karten noch von links nach rechts beschriftet. Was für eine Verwirrung muss das gegeben haben. Musste man doch immer fragen, von welchem Jahr die Koordinaten stammen, um nicht plötzlich am völlig falschen Ort zu landen. Natürlich gucken wir uns den westlichsten Zipfel der alten Welt genau so wie auch den südlichsten an. Wieder einmal stehen wir am Ende der Welt und erinnern uns ans Kap Finisterre in Portugal.


Hier kann man sich in einem Freiluftmuseum die Häuser aus den letzten Jahrhunderten ansehen. Diese kamen erst mit den Spaniern. Davor lebten die Bimbaches in Lavahöhlen. Als man die Häuser obendrauf baut, werden sie als Keller oder Ställe weiter genutzt und so können wir auch diese heute noch besichtigen. Das ist wirklich spannend und einzigartig. El Hierro ist für viele Menschen zu trocken. Die Ureinwohner haben das Wasser von den Bäumen geholt. Von denen tropft es nämlich, wenn die Wolken in den blattreichen Kronen hängen. Diese heiligen Bäume können wir uns auch ansehen. Heute sind sie einbetoniert. Das Wasser fließt am tiefsten Punkt ab und kann so ohne Verluste eingesammelt werden. Durch den Nebel müsse wir auch immer wieder. Von einem Moment auf den anderen steckt man in der grauen undurchsichtigen Wolke und im nächsten Moment scheint die Sonne am hellblauen Himmel.


Nun bereiten wir uns auf die Atlantiküberquerung vor. Über Kap Verden geht es nach Martinique. In Mindelo wird das Wetter entscheiden, ob wir die Inseln noch ein wenig näher kennen lernen oder gleich weiter segeln. Die Reise bleibt spannend, kein Plan ist gewiss, Flexibilität gefragt. Wir haben alle Zeit der Welt. Nicht ganz, Anne und Daniel wollen uns Ende Januar in der Karibik besuchen. Darauf freuen wir uns so, dass wir natürlich rechtzeitig da sein werden. Ich werde mich nun doch noch einmal mit Französisch versuchen und habe für die Überfahrt einen Lehrgang gekauft. Mal sehen, ob man meine ersten Versuche dann wohlwollender entgegen nimmt.



Vogelperspektive auf unser Zuhause: Puerto de Estaca

Dinner bei César Manrique

Lavawohnhöle zur Bodega umfunktioniert

Das kleinste Hotel der Welt wird ständig
von schäumenden Wellen umspült

Wir finden fünf natürliche Basaltbrücken.
Wie lange die wohl halten. Ich traue mich nicht rauf.

Jeder dieser windflüchtenden Wacholder stellt ein Kunstwerk dar.

Wie ein Adler über den Wolken in der Thermik,
ich bin fasziniert und wahrscheinlich infiziert.


Montag, 15. November 2021

La Gomera - Auf Schusters Rappen

Auf der Karte sieht die Insel wie ein Weihnachtsplätzchen aus. Schaut man sie sich genauer an, handelt es sich eher um eines aus längst vergangener Zeit. 

Das 11 Millionen Jahre alte Eiland hat inzwischen schon so viel Regen, Wind und Wellen erlebt, so dass sich seine Bergrücken und Vulkanschlote nackt präsentieren. Wie uralte Wächter ragen die riesigen Felsen in der Mitte der Insel heraus. Von hier ziehen sich tiefe schmale Täler in alle Himmelsrichtungen zum Meer. Dort fließt das Regenwasser hindurch und der Mensch sorgt für viel Grün. Urzeitliche Laurazeenwälder bedecken die Füße der erkalteten Vulkane wie eine flauschig grüne Decke. Darunter wird es jedoch nicht warm. Die bemoosten Bäumchen fangen die Feuchtigkeit der Wolken ein und halten ihre eisigen Temperaturen fest. Der Wanderer muss entweder unempfindlich sein oder etwas Warmes zum Überziehen dabei haben. Auf den sonnenbeschienenen Felsen und unter dem schattigen Blätterdach herrscht ein Unterschied von 20 bis 30 Grad Celsius. Der letzte Vulkan war vor zwei Millionen Jahren aktiv und damit kann La Gomera wohl als Ururgroßmutter von La Palma gelten. Das junge Kücken wächst ja immer noch.


Wir erkunden die Insel wandernd. Mit dem Bus lassen wir uns von Ost nach West und von Süd nach Nord fahren und nutzen die alten Wege der Ureinwohner. Hier geht es so steil hinunter, dass sie wohl den längsten Wanderstab der Menschheit erfunden haben. So kann man besser die steilen Klippen von Absatz zu Absatz hinunter springen. Meine Stickis sind zwar nur etwa halb so lang, aber dafür habe ich zwei und sie sind eine gute Hilfe. Außerdem gibt es hier eine Pfeifsprache. So spart man sich den mühseligen Weg hinunter ins Tal und wieder hinauf. Man kann sich von der Terrasse über den Abgrund hinweg zum gegenüberliegenden Anwesen unterhalten. Heute steht diese Art der Kommunikation in allen Schulen der Insel auf dem Lehrplan. Wir entdecken wunderschöne kleine alte Orte, klettern scheinbar senkrechte Felswände hinauf und hinunter, wandern auf kargen Bergrücken entlang und schauen den Falken auf den Rücken, balancieren durch einen Flusslauf bis zu einem erfrischendem Wasserfall, im vergeblichen Bestreben, keine nassen Füße zu bekommen. Im Valle Grand Rey treffen wir fast nur Deutsche, während ich in San Sebastián mein Spanisch weiter trainieren kann. 


Dann werden wir quasi weggeschickt. Die Marina ist so überfüllt, das sogar Stefan an der Herrentoilette anstehen muss. Es gibt wohl eine ellenlange Reservationsliste und zwei Verlängerungen wären genug. Nun soll die Lady Platz für andere Boote machen. Da kein Wind ist, müssen wir erneut motoren, die gesamte Strecke bis El Hierro, neun lange Stunden. So darf das aber nicht weiter gehen! Immerhin haben uns die Delfine nicht vergessen. Sie besuchen uns, um eine Weile abwechselnd in unserer Bugwelle zu surfen.


Reparaturarbeiten: Unser Schiff soll dichter werden!

Nackte Bergrücken und im Hintergrund
die Wächter mit der grünen Fußdecke

Pause mit Vogelperspektive

La Gomera mit Teijde (Teneriffa) im Hintergrund

erodierte Vulkanschlote in der Inselmitte

der Zahn der Zeit

Na, hat er schon nasse Füße?


Liebe Grüße von La Gomera (Kanaren)

El Guru im Valle Grand Rey

So kommt man auch senkrechte Felswände hinauf.

...wie ein Adler von oben schauen...

Vallehermoso: Da gehts lang!




Sonntag, 31. Oktober 2021

Feurige Insel im Atlantik - La Palma

La Palma zeigt sich widerspenstig. Wir benötigen mehrere Anläufe, um diese nordwestlichste Insel der Kanaren zu erkunden. Deshalb gibt es heute eine kurze Zeitleiste zur besseren Orientierung:


15.09. 

Start von Santa Maria Azoren, die Marina Tazacorte konnte uns keinen Liegeplatz anbieten und so weichen wir in die deutlich unbeliebtere in Santa Cruz aus.


19.09.

Wir erreichen nachts um ein Uhr die Marina in Santa Cruz. Nur wenige Stunden später bricht der Vulkan in der Cumbre Vieja aus. Santa Cruz stellt sich nun als die bessere Wahl heraus, weil die Lava und die Aschewolken Richtung Tazacorte ziehen. Die schöne alte Stadt begeistert uns. Die Inselentdeckung muss warten, weil im Moment die Evakuierungen laufen. Da will und darf man nicht stören.


24.09.- 11.10. 

Afrikaurlaub mit der Mutti


12.10. - 16.10. 

Wir leben uns wieder ein und freuen uns auf unseren ersten Besuch seit dem Lockdown in der Karibik. Ich informiere mich über die Sehenswürdigkeiten und Wandermöglichkeiten auf der Insel, Stefan mietet ein Auto.


15.10. + 16.10. 

Der Wind lässt nach. Erst fällt grober Sand vom Himmel, dann wird er feiner bis es nur noch Asche ist. Dieser Vulkanniederschlag hört nicht auf. Wir schlafen mit Maske und bekommen trotzdem Halsschmerzen und den Rotz. Die Kopfhaut juckt.


16.10. 

Ich sitze schon im Bus, um Kathleen und Marco vom Flughafen abzuholen. Ein Anruf von Stefan lässt mich umkehren: „Das Flugzeug landet auf Teneriffa.“ Es folgt eine Krisensitzung, dann laden wir die beiden aus. La Palma ist im Moment kein Urlaubsort. Kathleen und Marco stehen gerade am Kofferband, reagieren unkompliziert und sehr schnell, nehmen ein Taxi und die nächste Fähre nach La Gomera. Unterwegs buchen sie ein Hotel in San Sebastián. Wir fragen nach einem Liegeplatz, aber die Marina kann uns keinen anbieten.


17.10. 

Wir spülen den gesamten Tag das Boot. Vorher muss die zentimeterdicke Ascheschicht mit der Schaufel geschippt werden. Inzwischen lässt sie sich nämlich nicht mehr fegen. Mich erinnert das ans Schneeschippen. Nur ist dieser Matsch tiefschwarz. Wir freuen uns über die sauberen Flächen, aber hinter uns ist wieder alles grau. Ich bekomme Angst vor der nächsten Nacht und einer weiteren dicken Ascheschicht. Auch meine Halsschmerzen werden schlimmer. Inzwischen fühle ich mich krank und glaube an eine echte Erkältung. Stefan macht das Boot klar und wir starten ohne Wind um 16 Uhr Richtung La Gomera. Etwa eine halbe Meile vor der Küste hört der Ascheregen auf. Die Insel hinter uns ist von tiefliegenden Wolken umringt und sieht aus, als läge sie im Morgennebel. Wir spülen das Boot notdürftig mit Bordwasser aus dem Tank weiter.


18.10. 

Gegen Mitternacht passieren wir die Lichter von San Sebastián de La Gomera und ankern in der nächsten Bucht. Die restliche Nacht wird unruhig. Unsere Lady schaukelt in den Dünungswellen. Morgens spüle das Boot weiter mit Seewasser, das ich mir mühsam mit der Pütz über die Reling ziehe. Danach müssen wir erst aus der Bucht raus, bevor wir die Marina erreichen. Wider Erwarten haben sie tatsächlich einen Liegeplatz für uns. Nach dem Anlegen spüle ich das Boot erneut, während Stefan einklariert. Kathleen und Marco können an Bord.


18.10. - 22.10. 

Wir haben eine schöne gemeinsame Zeit mit unseren Freunden, entspannen, erzählen, gehen schön essen, sehen Wale und schnorcheln in einer Bucht. Die gesamte Zeit schwebt die Frage im Hintergrund: „Von wo startet am Samstag der Flieger nach Deutschland? Wird es La Palma sein oder wieder Teneriffa.“ Da La Gomera mittendrin liegt, ist das schon wichtig. Eindeutige Informationen fehlen. So nehmen Kathleen und Marco am Freitag die Fähre nach La Palma und buchen auf der Insel eine Nacht im Hotel. Die fährt über Teneriffa, was erst unnötig umständlich erscheint und sich dann als Glücksfall heraus stellt. Auf der Fähre trudelt die Mail ein, dass der Flieger morgen von Teneriffa startet. Die beiden steigen spontan dort aus, buchen nun dort in ein weiteres Hotel ein und kommen letztendlich gut wieder zu Hause an. Gut, wenn man lösungsorientiert sowie schnell denken und handeln kann. „Schön dass ihr da wart und die ganzen Probleme so gelassen bewältigt habt.“


23.10. 

Für vier Tage ist auf La Palma Wind angesagt. Stefan bucht Fähre, Hotel, Mietwagen und Rückflug. Die Verlängerung des Liegeplatzes auf La Gomera muss er sich danach überraschender Weise erst erkämpfen.


24.10- 28.10. 

Nun entdecken wir endlich La Palma.


Die Insel ist wirklich schön und ich kann sie jeden ans Herz legen. Sehr grün, viele Wanderwege, grandiose Aussichten, nette Menschen, gute Restaurants…

Für den zweiten Abend reservieren wir einen Tisch südlich von El Paso, quasi am Fuß des feuerspeienden Ascheberges. Dieser bietet uns ein spektakuläres Feuerwerk mit glühenden Lavaströmen, lässt aber auch die Angst in den Brustkorb kriechen. Niemals hätte ich gedacht, einem solchen Naturschaupiel so nahe zu sein. Tazacorte bekommen wir wieder nicht zu Gesicht. Am Aussichtspunkt El Time drehen wir um, weil wir von hier oben die Asche förmlich regnen sehen und der Hals trotz Maske erneut kratzt. Auf dem Caldeirarand über 2000 Meter ist die Luft außergewöhnlich klar. Wir schauen von oben auf ein Wolkenmeer, dass in dem ersten großen Vulkankessel der Insel festhängt. Wie ein Atompilz ragt die dunkle Vulkanwolke heraus. Auch der Teijde auf der Nachbarinsel ist so klar zu sehen, als wäre er nur einen Steinwurf entfernt. Und dann sind da noch die urzeitlichen Lorbeerwälder in den tiefen schmalen Tälern im Norden von La Palma. An den knorrigen Ästen wachsen grüne Mooshaare, was sie zusätzlich alt erscheinen lässt. Ich habe eine Kurzgeschichte dazu geschrieben, die ich digital veröffentlichen werde. Als Taschenbuch lohnt es sich wohl nicht. Vielleicht druckt die Yacht einen Teil davon. Das wird sich wahrscheinlich nächste Woche entscheiden. 


Verkehrte Welt: Schwarzer Schnee auf weißem Grund


Endlich mal wieder Besuch! Wer kommt als nächstes?

Grindwale, auch Pilotwale genannt

Der noch namenlose Vulkan in der Cumbre Vieja:
19.09.2021 - ???

mehrere Hundert Meter hohe Feuerfontänen

2351 m hoch auf dem Monte Santa Cruz
Die Aschewolke hebt sich deutlich heraus.




Donnerstag, 14. Oktober 2021

Afrikas Elefanten - Africa´s Elephants


Afrikas Elefanten gehören zu den "Big Five", den "Großen Fünf" und das haben sie definitiv verdient. Auf unseren Safaris in Südafrika können wir die grauen Riesen mehrfach beobachten. Schaute euch die faszinierenen Tiere in Echtzeit und mit Originalton an. Etwas Geduld ist dabei natürlich notwendig, ebenso wie auf der Safari selbst. Africa's elephants are among the "Big Five", the "Big Five" and they definitely deserve it. On our safaris in South Africa we can observe the gray giants several times. Look at the fascinating animals in real time and with the original sound. A little patience is of course necessary, just like on the safari itself.

Dienstag, 12. Oktober 2021

Big Five und viel mehr

Nach Afrika reisen und die wilden Tiere sehen, wie sie frei in ihrer natürlichen Umgebung leben. Wer träumt nicht davon? Als ich meine Muddi frage, „Wenn du noch einmal irgendwo hinreisen könntest, welches Ziel würdest du wählen?“, kommt ohne zu zögern Afrika. Also packen wir sie ein und fahren mit ihr hin ;-) Covid-19 lehrte uns, dass man wichtige Dinge sofort erledigen muss.


Nach einer langen Reise werden wir mit dem Auto abgeholt und zur Makutsi-Farm gefahren. Von der Straße aus beobachten wir bereits Paviane, Giraffen, Gnus und andere Antilopen. Während der ersten zwei Tage kann ich die vielen Tierbeobachtungen kaum fassen und bin schon der Meinung, niemals wieder hier weg zu können. Dann normalisieren sich Puls und Körperchemie glücklicherweise wieder. Unterschiedlichste Antilopen und Meerkatzen gehören zum täglichen Bild. Aber wir sehen auch immer wieder viele bunte Vögel, Nashörner, Nilpferde, Büffel, Elefanten, Giraffen, Zebras und auch den Leoparden oder die Geparden. Mit den Löwen haben wir weniger Glück. Sie sind faul und liegen im hohen trockenen gelben Savannengras. Obwohl ich dachte, bereits viel von den Tieren zu wissen, habe ich auf unseren Safaris unglaublich viel gelernt. 


Auch die Landschaft ist beeindruckend. Stattliche Bäume wachsen aus der Buschsavanne heraus. Überall dazwischen ragen die Termitenbauten hoch hinauf. Diese Insekten sind die eigentlichen Herrscher dieser Welt. Der Olifant fliest träge und breit durch sein Flussbett, bildet viele Inseln und wird so zum Paradies. Der Blyde-River-Canyon ist zwar nicht ganz so groß wie sein Bruder in Amerika aber dafür grün und nicht weniger eindrucksvoll. 


Wir sehen in den zwei Wochen nur einen kleinen Ausschnitt des südlichen Afrikas und trotz dessen hat sich die Reise gelohnt. Hier ein paar Fotos von uns. Natürlich habe ich wie ein Weltmeister die Tiere fotografiert und musste feststellen wie schwierig das ist. Sie sprengen den Rahmen des Blogeintrages. Aber auch diese Bilder will ich euch nicht vorenthalten und so werde ich ein paar Kurzfilme zusammenstellen, die ihr euch dann auf YouTube anschauen könnt. Viel Spaß!


Afrikavideo


Alltag im Makutsi und übrigens,
wirklich warm ist es dort nicht.

Da trainiert man ganz nebenbei auch die Muckis.

Afrika eben !!!

Hier leben Mensch und Tier in Einkang 😍


Meine Lieblingskatze ganz nah.

Wir hatten eine wundervolle gemeinsame Zeit.
Egal was passiert, die bleibt!

Faszinierende Erosionen

Familie bleibt Familie

So groß sind Elefanten !





Aussteigen wird gefährlich!
Die Tiere haben über viele Jahre gelernt, dass von den Autos keine Gefahr ausgeht und so akzeptieren sie uns gelassen.


Platz eins im Schönheitswettbewerb für uns alle drei!

Die Steppenzebras sind fast genau so schön.
Platz zwei auf meiner Rangliste.

Für Stefan liegt der starke Leopard auf Platz zwei.

Platz drei bekommt meine Lieblingswildkatze, der Gepard.
Für Stefan liegen viele Tiere auf dem dritten Platz.


Weitere Fotos und Filme dann auf YouTube. 😘