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Sonntag, 22. Januar 2023

Ach wie schön ist Panama

Wir sind wirklich überrascht. Janosch war wohl schon einmal hier. Bisher verband ich das Land nur als Tor zum Pazifik. Der Panamakanal ist berühmt und für jeden Reisenden auf dem Wasser ein Meilenstein. Aber Panama ist mehr. Panama sind auch Guna Yala, Regenwald mitsamt seiner fantastischen Tierwelt, Panama Citys bleistiftdünne Hochhäuser und idyllische Altstadt und die Perleninseln, ein Paradies im Pazifik mit glasklarem Wasser, Walen, Delfinen, Mantas und Walhaien. 

Die Tierwelt des Regenwaldes haben wir in der Shelter Bay Marina direkt vor der Haustür. Von den autonomen Gunas haben wir schon erzählt. Dann geht’s durch den Panamakanal. Seine Schleusen sind die größten der Welt. Im Inselparadies der Guna lernten wir Flurina und Ramon von der Pachific kennen. Sie bleiben mit ihrem Boot im Atlantik. Wir sind ihre Gelegenheit, eine Fahrt durch das Tor in den Pazifik selbst mitzuerleben. Mit den beiden haben wir nicht nur zwei äußerst hilfsbereite, fleißige Segler als Linehandler an Bord, sondern neue Freunde fürs Leben gefunden. Es war schon lange nicht mehr so fröhlich auf der Lady und ich genoss das in vollen Zügen. Jacqueline begleitet uns ebenso. Sie will mit ihrem Mann auf ihrer Avanti durch den Kanal, sieht so schon einmal wie es geht und trägt ebenfalls zur guten Stimmung an Bord bei. Vom Atlantik in den Pazifik benötigen wir mit Übernachtung ziemlich genau 24 h. Die Fahrtzeit beträgt etwa 12 h. Sechs Schleusenkammern durchqueren wir. Erst drei nach oben in den 26 m höher gelegenen Gatúnsee und den Kanal. So musste man nicht so tief graben. Am zweiten Tag geht’s wieder runter in den Pazifik. Die Skyline von Panama City und unzählige Containerschiffe begrüßen uns. Schaut euch unbedingt den Film dazu an.

Ein Besuch der Altstadt lohnt sich. Obwohl es bereits eine landseitige Umgehungsstraße gab, hat man noch eine im großen Bogen übers Meer geführt. So etwas sehen wir zum ersten Mal. Casco Viejo gefällt uns. Das Kanalmuseum ist leider geschlossen, weil eine neue Klimaanlage eingebaut wird. Es gibt ein Mola Museum. Dies wird eine echte Entdeckung und erzählt nicht nur vom Textilkunsthandwerk, sondern auch von der Kultur der Guna. Die Altstadt ist jedoch so überschaubar, dass ein Tag reicht. 


Die Las Perlas sind ein weiteres Paradies auf dieser Erde. Von den 183 Inseln sind 39 bewohnt. Zum Frühstück besuchen uns Wale und Delfine. Unter unserem Boot schwimmt ein Walhai entlang und eine Menge Rochen, darunter sogar Mantas und gefleckte Adlerrochen. So viele goldgelbe Strände gibt es hier, dass wir gar nicht alle besuchen können. Die Ankerplätze sind fast leer. Wo sind all die Segler hin? Wir holen die SUPs heraus und paddeln zwischen den Inseln wie in einer Binnenseelandschaft, üben den Drohnenflug und machen erste Aufnahmen. Die vielen Vogelschwärme versetzen mich in einen Avatarfilm, in dem die Welt noch in Ordnung ist. Unglaublich!


Ein letztes Paket liegt seit zwei Wochen beim Zoll. Diese Schattenseite des Seglerlebens kennt ihr ja bereits. Bis zum Schluss hoffen wir, dass uns ein anderes Boot aus der Shelter Bay Marina, das unsere Richtung nimmt, mitbringt. Nach zehn Tagen engagiert Stefan einen Zoll-Agenten. So etwas gibt es also auch. Er muss suchen und wir sind gespannt, ob er das Paket für uns aufspüren kann. Das Wetterfenster für das Crossing rückt näher und wir werden es nicht verstreichen lassen. Die Fahrt wird auch mit dem richtigen Wind schon lang genug. Mindestens drei Wochen werden wir für die ca. 3.800 sm benötigen. Das wird unser bisher längstes Crossing.


Panama Kanal Crew: Ramon, Flurina,
Stefan, Ricarda, Jaqueline


Rufous Motmot, eine echte Entdeckung

Nasenbären schnüffeln überall im Wald herum.
(White nosed coati)


Besondere Freundschaften gibt es auch unter Tieren.

Eindrucksvolle Raubvögel…

…schauen gern von oben auf uns herab. (Black Hawk)

Loris sind nach den Brüllaffen die zweitbesten Krachmacher.

Porto Bello ist einen Besuch wert.

Die Lady wird vermessen: das sind also 54 Fuß 🤪

dicke Fender, lange Leinen, Agent Stanley und Freund Ramon

Panamakanal @wiki 


Panamakanal: Schau das Video
https://youtu.be/bAzpfCaxlzg

die drei Damen von der Lady Charlyette:
Jaqueline, Ricarda und Flurina

Panama City ist schöner als erwartet.

Erst Drohnenflugversuche in Las Perlas Archipel

Strandidyll in den Las Perlas

Inseldorfkirche im Aufbau

Liebe Grüße aus dem Pazifik (Golf von Panama)



Dienstag, 21. Dezember 2021

3. Atlantiküberquerung / 2. von Ost nach West

Von El Hierro werden wir fünf Tage 789 Seemeilen `gen Südwesten segeln, um Mindelo im Kap-Verden-Archipel zu erreichen. Dort wollen wir ein wenig Afrikaluft schnuppern, eine zweite, vielleicht auch dritte kapverdische Insel kennen lernen, die Kühlschränke noch einmal auffüllen, um dann die zweite Etappe nach Westen in die Karibik in Angriff zu nehmen. Unser Ziel ist Martinique und beim letzten Mal im Januar 2019 haben wir für diese gut 2100 Seemeilen 14 Tage benötigt. Im Moment dürfen wir als „Geimpfte“ in die Kap Verden und auch auf die französischen Karibikinseln ohne weitere PCR-Tests einreisen. Deshalb entscheiden wir uns gegen Barbados, das wir noch nicht kennen, und Grenada sowie die Grenadinen, wo ich so gern noch ein paar Wochen länger geblieben wäre. Da wir nach neun! mehr oder weniger schmerzvollen Hirnuntersuchungen die Nase buchstäblich und im übertragenen Sinne voll haben, wird sich unsere Reise nun zusätzlich nach den Covid-Einreisebedingungen richten, so weit möglich zumindest. So der Plan und wieder kommt es anders.

Die erste Etappe bewältigen wir sehr bewegt in 107 Stunden, der Motor muss nur bei sieben davon helfen. Das ist ein guter Schnitt. Wir haben ein nigelnagelneues 175 qm großes Leichtwindsegel von Oxley. Weil man es vor den Bug spannt und die Firma uns den Namen fast in den Mund legt, nennen wir es „den Ochsen“. Er ist für Rückenwind gedacht und deshalb wurde er vor diesem Atlantikcrossing angeschafft. Erst ist die Welle zu groß, um das dünne große Tuch herauszuholen, als es ruhiger wird, wagen wir es und der Ochse zieht gut. Wir sind mit 9 - 10 Knoten unterwegs und haben Spaß. Fünf Stunden später gibt es einen lauten Knall und das neue Leichtwindsegel flattert knistern herum. Schnell bergen wir es und entdecken ein komplett abgerissenes Schothorn. Wie kann das denn passieren? So etwas haben wir beide noch nie gesehen. Es hilft nichts, der Ochse wird schwer verletzt verstaut und wir segeln auf traditionelle Weise, etwa 1,5 Knoten langsamer, weiter. Schade eigentlich, er wird uns insbesondere auf der zweiten, deutlich längeren Etappe sehr fehlen.


Mindelo empfängt uns diesig. Inzwischen wissen wir, das dies am Saharasand in der Luft liegt. Sie Sonne wirkt eher wie ein großer gelber Mond und São Vicentes Berge sehen wir gespenstisch erst kurz vor Ankunft vor uns aufragen. Während unserer Überfahrt haben die Behörden der Kap Verden entschlossen, dass sie nun doch einen PCR-Test sehen wollen. Geimpft oder nicht spielt dabei keine Rolle mehr. Wir drehen eine Runde durch Mindelo, atmen die sandige Luft und entscheiden uns für einen kurzen Aufenthalt. Das Einklarierungsbüro finden wir sicherheitshalber nicht und hoffen, dass uns niemand nach den Einreisepapieren fragt. Auf den Mercados kaufen wir frisches Gemüse und Obst sowie ein dickes Stück vom Thunfisch. Der Ankerplatz vor Mindelo ist sehr unruhig. Beständig weht es mit Böen um die 30 Knoten. Also beschließen wir, die Bucht zu wechseln, um vor dem Crossing noch eine Nacht ruhig zu schlafen.


Wild geht es durch die Meerenge zwischen den zwei nordöstlichsten Inseln des Archipels. In der von uns anvisierten Bucht haben wir plötzlich 45 Knoten von vorn. Trotz ablandigen Wind schäumt sie komplett weiß und scheint nicht eine windgeschützte Ecke zu haben. Überall werden Schaumkronen in dichten Tropfenwolken über das Meer getrieben. Stellt euch einen Schneesturm vor, statt Flocken fliegt der Sprühregen horizontal. Eine Ecke weiter sieht es nicht besser aus. Zurück ist quasi unmöglich. Trotz voller Motorkraft kämen wir nur mit zwei Knoten voran. Die See kocht, der Wind pfeift und unser Cockpitdach wackelt. Wir drehen bei, richten den Bug nach West und starten nur halb vorbereitet und unerwartet einen Tag eher über den Atlantik. Mehr als 2000 Seemeilen weiter westlich befindet sich eine wundervolle ruhige Bucht. Dort werden wir also Ankern.


Die Kap Verden sind erneut nicht unser Fall. Nicht nur die sandige Luft und das afrikanische Flair, sondern auch die schlechten Ankerbedingungen  sorgen dafür. Es gibt genügend Segler, die das anders sehen, aber wir weinen dem Archipel keine Träne nach. Das nächste Mal, sollte es noch eines geben, werden wir, wie viele andere auch, direkt von den Kanarischen Inseln starten. Das Seglercafé direkt an der Marina in Mindelo strahl jedoch einen besonderes Flair aus. So haben wir die Aufbruchstimmung noch nirgendwo anders erlebt. Die Atmosphäre auf der Terrasse ist so gesättigt davon, dass ich sie greifen kann. Egal welche Sprache die Segler hier sprechen, wir spüren das Adrenalin, die Aufregung und Spannung vor diesem Crossing.


Dann umgibt uns für fast 12 Tage nur noch Wasser, das sich meist in mehr oder weniger drei Meter hohen Wellen bewegt. Die Lady kommt aus dem Schaukeln nicht mehr heraus. Beschäftigungen fallen aus, da man sich permanent festhalten und beim Herumsitzen sicher verkeilen muss. Lesen geht manchmal, hören ist besser. Trotz Tabletten ist mir latent flau im Magen. Deshalb bin ich auch immer früh im Bett. Gleich am ersten Abend rutscht Stefan auf Socken ungebremst durch die Küche. Statt sich festzuhalten, schlagt er mit dem Kopf auf. Seine Stirn ist halbmondförmig in der Größe einer Untertasse aufgeplatzt. Ein Schrei holt mich aus dem Bett. Ich ziehe ihm seekrank bei Seegang die Stirn aus den Augen und fixiere sie mit Steri-Stripes dort, wo sie hingehört. Stefan hält mich derweil fest, damit ich die Hände frei habe und nicht auch noch unkontrolliert im Rumpf umherfliege. Zum Glück heilt alles gut, keine Gehirnerschütterung oder Entzündung. Dafür steckt mir ein Riesenschreck in den Knochen. Stefan sollte mit Helm segeln und er bekommt Sockenverbot. Zum Ende der Strecke wird es zeitweise etwas ruhiger. Wie alles hat auch diese Medallie zwei Seiten: Viel Wind und Welle bedeuten hohe Geschwindigkeit. Unser Spinnackerbaum macht das nicht mit. Nach ein paar Tagen bricht er mit lautem Knall und wir segeln mal wieder langsamer weiter. Die fliegenden Fische tanzen auf den Wellen Ballett wie kleine Tinkerbells, viel zu schnell, um sie ablichten zu können. Delfine kommen zwei Mal, bleiben dafür eine Weile und unterhalten uns mit tollkühnen Sprüngen. Klar mache ich einen Film für euch und einen zweiten zum Crossing allgemein. Alles weiteren Details zur Überfahrt könnt ihr dann in meiner nächsten Kurzgeschichte nachlesen. Die soll vielleicht Ende Januar fertig werden. Alles braucht seine Zeit und die während des Crossings konnte ich sie leider nicht nutzen.


Jedenfalls landen wir 2111 Seemeilen und 287 Stunden später zum Sonnenaufgang in der wundervoll ruhigen Bucht vor St. Anne im Süden von Martinique. 

Binnen Sekunden ist all das Leid auf dem Meer vergessen.


Video Atlantikcrossing


Kleine Leuchtturminsel vor Mindelo mit Abendsonne


Immer dem Sonnenuntergang entgegen...



Mahi Mahi Filet, Küchenarbeit ist eine Herausforderung.

Sogar das Frühstück wird gesichert.

Nach der dicken Regenwolke kommt der Regenbogen.

Nach 5 Tagen darf der Verband ab.

Küchenarbeit im Cockpit ist für den Magen angenehmer.

Dicke Regenwolken ziehen über uns hinweg.

Meine liebsten Besucher auf See.





Dienstag, 18. Mai 2021

2789 Seemeilen = 5165,23 Kilometer

 

in 16 Tagen und 20 Stunden = 404 h

6,6 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit

39 Motorstunden (meist als Segelunterstützung)

vom 30. April 2021, 8:20 Uhr bis 17. Mai 2021, 4:30 Uhr (Bahamaszeit)

von Nord-Eleuthera, Bahamas bis Santa Maria, Azoren


Unsere zweite Atlantiküberquerung dauerte genau so lange. Wir könnten auch kurz sagen, denn im Durchschnitt planen die Segler etwa drei Wochen, also etwa 21 Tage, ein. Im Allgemeinen gilt der Norden und die West-Ost-Richtung als nicht so komfortabel, wie jene viel weiter südlich gelegene Route in entgegengesetzter Richtung. Immerhin überquerten wir den 37. Breitengrad. Ab dem 40. sollen im Mai noch Eisberge anzutreffen sein. Hier oben entstehen auch all die Stürme, welche sich über den Atlantik bis nach Europa ziehen und unter Seglern besonders gefürchtet sind. Wir waren also auf so einige Unannehmlichkeiten gefasst.


Nach einem Bilderbuchstart verlässt uns der Wind. Wenig war angesagt, aber davon die Hälfte reicht dann doch nicht aus. In den ersten vier Tagen hatten wir 39 Motorstunden, um die Segel zu unterstützen und einen Nachmittag überhaupt voranzukommen. Durchschnittlich sind uns 5,5 Knoten Reisegeschwindigkeit dann doch zu wenig. Ab dem 5. Tag brauchten wir den Motor dann gar nicht mehr und nach Bermudas zieht die Lady wie gewohnt zügig durch das Meer. Dafür müssen wir viel Bewegung im Boot akzeptieren. Der eine Sturm zieht vor uns wie versprochen weg und so nutzen wir die Kante mit mittleren Winden für unsere zügige Reise. Der nächste Wirbel bildet sich erst hinter uns und schiebt, holt uns jedoch nicht ein. Perfekte Bedingungen also!


Mein Anglerglück verlässt mich. Fünf mal befreit sich der Fisch, bevor ich überhaupt am Heck angekommen bin. Dann interessieren sich nur noch die Möwen für meinen Köder. Ich muss ihn rein holen, damit wenigstens etwas von ihm übrig bleibt. So ein dummes Federvieh! Man sollte doch denken, es gehöre zur Überlebensstrategie zu wissen, was gegessen werden darf. Eine Woche sind die Wellen so wild, dass ich die Angel gar nicht erst raus werfe. So wird es eine Überfahrt ohne frischen Fisch. Dafür besuchen uns im zweiten Teil der Reise täglich Delfine. In kleinen und großen Gruppen toben sie sich in unserer Burgwelle aus, haben sichtlich Spaß und bleiben unterschiedlich lange. Für mich sind diese Visiten das absolute Highlight der Reise. Zwar hoffen wir auch auf Walsichtungen, aber scheinbar sind diese Meeressäuger zu beschäftigt.


Aufgrund der guten Wetterbedingungen ging während der Überfahrt fast gar nichts kaputt. Einzig unser Windstärkemessgerät, das normaler Weise seinen Platz ganz oben auf der Mastspitze hat, fliegt uns in der letzten Woche davon. Die restlichen 600 Seemeilen müssen wir dann nach Gefühl segeln. Glücklicherweise bleibt der Wind moderat und konstant. Während der letzten drei Tage müssen wir dann trödeln, um nicht eventuell im Dunkeln anzukommen. Da Segler nie davon ausgehen dürfen, dass der Wind bis zum Ziel beständig weht, werden die Segel gerefft (verkleinert). Mit dem Sonnenaufgang erreichen wir Santa Maria, die südlichste und östlichste Insel des Azoren-Archipels. Obwohl wir nach fast 17 Tagen Quarantäne auf dem Meer die Covid-Inkubationszeit deutlich überschreiten, verhängt man in der Marina die nächste für uns. Erst muss ein Test gemacht werden und nach dem negativen Ergebnis dürfen wir erst richtig einreisen. Sicherheitshalber fordern die aktuellen Richtlinien auf den Azoren jeweils am 6. und am 12. Tag einen weiteren Test. Sicher ist sicher! Die Zwangshaft am Steg nutzen wir, um die Lady gründlich von innen und außen zu putzen. Das ist auch dringend nötig. 


PS: Ausführlicher werde ich in meiner Reisegeschichte zur Atlantiküberquerung. Was wollt ihr genau wissen? Mit euren Fragen könnt ihr meine Erzählung mitgestalten. Ich freue mich darauf.


Bilderbuchstart und letzte Grüße über WhatsApp


Flaute und 7 Meilen vor uns Gewitterwolken.
Rechts neben der Mitte könnt ihr die Windhose erkennen.

Wir schalten das Radar ein, motoren im Slalom durch die Squalls (rote Flecken auf dem Bildschirm) und bleiben verschont. 

Segeln bei Flaute und Entspannung an Deck.

Ausgebaumt, so kompliziert kann Segelsetzen sein.
Bei Rückenwind lohnt sich die Arbeit jedoch.

Ausguck bei rauschenden, weißschäumenden Bugwellen,
die sich sogar an Deck trauen.

Unser Kartenplotter schafft keine 10 000 Meilen.
Wir müssen zurück auf Start 
(in einer Art Gefängnis sind wir ja bereits).

Ich liebe diese fröhlichen und kraftvollen Tiere.
Jeder Besuch wird zum Highlight, immer wieder.

Die Sonne wacht direkt links neben Santa Maria auf. 

Die Insel trägt eine dicke, weißgraue Lockenfrisur.

Mittwoch, 23. Dezember 2020

Willkommen auf den Bahamas

25 Stunden benötigen wir für die 169 Seemeilen von Luperón in der Dominikanischen Republik bis zur südlichsten Insel „Great Inagua“. Gemeinsam mit dem Postboot erreichen wir „Matthew Town“ am Nachmittag des 11. Dezember´s, was sich als etwas ungünstig herausstellt. Die Ankunft der Lieferungen, wahrscheinlich sind all die Weihnachtsgeschenke dabei, verursacht im Hafen große freudige Aufregung. Dementsprechend voll und laut ist es dann auch. Stefan benötigt vier Stunden, um uns in diesem Trubel einzuklarieren: alle Zettel auszufüllen, die bereits online im Voraus abgeschickt wurden, Pässe und Einklarierungspapiere wieder zu bekommen, eine Telefonkarte zu besorgen. Die Anzahl der auszufüllenden Formulare hat sich aufgrund der Gesundheitsüberprüfungen verdoppelt. Aber die Beamten sind freundlich, freuen sich über unser Ankunft und heißen uns warmherzig willkommen. Keine Anzeichen von Korruption oder anderweitigen Machtmissbrauch! Eher erkundigt man sich bei uns mehrfach, ob alles in Ordnung ist, wir noch etwas bräuchten und wünscht uns eine wunderbare Zeit in diesem Inselparadies. Drei Monate dürfen wir ohne weiteres Visum bleiben. Das sollte wohl reichen!

Wir entdecken den Ort, der an ein verstreutes Dorf erinnert und ein wenig Westernidylle versprüht. Die mit dem Giebel zur Straße ausgerichteten Häuser haben hölzerne Terrassen und Balkone, die beiden größeren sind der Supermarkt und das Rathaus. Eine Tankstelle mit einer überdachten Säule finden wir auch. Sie steht inmitten von brachliegendem Land. Das alte Fort aus Piratenzeiten wird als Betriebsgelände genutzt. Es bietet eine Menge Lagerkapazitäten. Zu jedem Grundstück gehört auch ein separates Haus, dass scheinbar zu zwei Dritteln in der Erde steckt. Das wird wohl so eine Art Schutzkeller sein, der im Falle eines heranziehenden Hurrikans aufgesucht werden kann. Warum dieses Dach nun aber besser halten soll, als das des eigentlichen Wohnhauses ist mir schleierhaft. 

Während wir auf der Hauptstraße entlang schlendern, werden wir von den Einheimischen außerordentlich freundlich begrüßt. Der Weg zum Leuchtturm ist lang und mehrfach fragt man uns, ob wir nicht im Auto mitkommen wollen. Das Allerbeste ist jedoch nach neun Corona-Monaten: der Leuchtturm ist geöffnet. Vorsichtig schauen wir in den staubigen und spinnenverwebten Hohlraum mit der typischen Wendeltreppe. Ein Gästebuch liegt auch dort, sieht jedoch eher wie ein mysteriöses, antikes Rezeptbuch eines längst verstorbenen Zauberers aus, so verstaubt und mürbe ist es bereits. Wir klettern hinauf, genießen auf der Galerie den atemberaubenden Blick auf die Insel, die riesige Lagune und hohe Salzberge am Horizont. Dann stehen wir sogar in der gläsernen Kabine ganz oben. Der Rundblick aus diesem runden Wintergarten ist fantastisch. Auf den Bahamas ist Landwirtschaft fast unmöglich. Es reicht wohl nicht einmal für den Eigenbedarf. Dafür freuen sich die Tiere über ausgedehnte naturbelassene Areale. Ein Paradies für Vögel, Schmetterlinge, Leguane und Reisende wie uns.

Nach einer schaukeligen Nacht wechseln wir die Bucht und später die Insel. Auf den Acklins bietet sich eine Strandwanderung an und nebenbei kann man Schnecken für die nächste Mahlzeit sammeln. Über Long Cay wechseln wir dann nach Long Island und tasten uns vorsichtig in die geschützte Buch von Little Harbor. Man hat fast das Gefühl allein zu sein. Erst auf dem Land entdecken wir, dass hier, inmitten all der Palmen und Mangroven, auch einige Menschen leben. Allein sind wir jedoch nicht. Seit Luprón segeln wir gemeinsam mit der Tomskii Kastan und deren Crew Marcel und Yelena. Das erste Mal haben wir uns auf so eine Tandemreise eingelassen. Das fröhliche, begeisterungsfähige und positive Pärchen in unserem Alter passt zu uns. Nur wenige Segelboote sind unterwegs und so genießen wir dieses selten gewordene Glück. Wir besprechen die Routen, checken die Ankerplätze und tauschen uns aus. Das fühlt sich insgesamt sicherer an. Abwechslungs- und ereignisreich ist es so auch. Gemeinsame Ausflüge, Lagerfeuer am Strand, leckere Mahlzeiten an Bord… Langeweile kommt nicht auf, wir lachen viel, hören und erzählen Geschichten.

Long Island ist wirklich lang. Trotz guter Winde benötigen wir zwei Tage um die Nordküste zu umrunden. Dann gehts am 23. Dezember Richtung Georg Town. Dort müssen wir unseren zweiten Coronatest machen. In der vorgelagerten Lagune wollen wir Weihnachten verbringen. Sie zieht sich zwischen Great Exuma und Stocking Island entlang, welche wie eine natürliche Mohle vor der langen Dünungswelle schützt. Die Eingangspassage ist schmal und das schäumende Weißwasser lässt unsere Lady erneut in einem Wellenrodeo springen. Der Capitano nutzt neben den üblichen Karten die Luftbilder von Google und das ist auch ganz gut so. Wir kommen heil in die ruhigeren Gewässer vor Georg Town.

Great Inagua, Leuchtturm: warmherziger Empfang und offene Türen

Acklins, China Hill: Den Wettlauf mit der Zeit verlieren wir zum ersten Mal und müssen im Dunkeln ankern.

Acklins, China Hill: Strandwanderung

Unterwasserwelt Bahamas: ein prächtiger Feuerfisch

Gemeinsames Baracudaessen, natürlich ist der Fisch frisch.

Long Island, Little Harbor: Beachparty zu viert und dann gesellen sich zwei Einwohner dazu, schenken uns Keilerzähne und probieren Yelenas Wein.

Wir feiern den frisch gefangenen Tuna mit einem Sushi-Abend

Mittwoch, 29. Juli 2020

Spaß mit Flaggen

Europa löst sich auf. Deutschland schrumpft. Alles verblasst.

Sonntag, 26. Mai 2019

Wieder an Bord

Unseren letzten Törn auf der Croix du Sud will ich nicht verpassen und so

Dienstag, 23. Oktober 2018

Golden Gate in San Francisco?

Nein, immer noch Lissabon, aber die Brücke ist vom selben Unternehmen, so sagen die Portugieser. 

Montag, 22. Oktober 2018

Links oder Rechts? Es ist entschieden.

Dazu erst mal eine Gegenfrage. So macht man das hier.
Woran erkennt man in Portugal, dass die Segelsaison zu Ende geht, der beste Zeitpunkt zum Fliehen oder Pausieren ist, obwohl es für unsere Verhältnisse ab und an noch sommerlich scheint?

Samstag, 20. Oktober 2018

Sightseeing in Lissabon und Umgebung

Zwei Wochen liegen wir nun in der Bucht von Cascais.

Sonntag, 14. Oktober 2018

Hurrican mit bis zu 200km/h ! In Portugal ?! Abandoning ship !!!

Sturmtief Leslie trifft heute Nacht (13.10.) mit bis zu 190 Km/h auf Portugals Festland
...
MeteoNews: Hurrikan Leslie bedroht Portugal

Dienstag, 9. Oktober 2018

Hochzeit in Peniche und Rodeo auf dem Atlantik

Nun haben wir zwei wirklich schöne Tage in Peniche erlebt. Das Wetter stimmt, wir waren lecker mit Ines und Maike essen und hatten so viel zu erzählen. Die Berlenga-Inseln vor Peniche sind wirklich sehenswert und der Ort hat sich auf den Tourismus eingestellt.

Freitag, 5. Oktober 2018

Und täglich geht es ein Stückchen weiter

Porto, Aveiro, Figueira da Foz und nun Nazaré … Portugal hat eine wunderschöne Küste und interessante Orte, die wirklich sehenswert sind.

Montag, 1. Oktober 2018

Vielleicht wird`s nie wieder so schön …

Deshalb schreibe ich (Ricarda) gleich heute für euch ein paar Zeilen auf.

Samstag, 29. September 2018

Unser Boot kann doch segeln

Auch wenn es morgens noch nicht so aussah, denn wir starten mit Motor und müssen ihn bis ca. 14 Uhr bemühen. Aber die Strecke bis Vigo ist lang, immerhin 46 sm, da kann man nicht warten bis der Windgott endlich ausgeschlafen hat.

Donnerstag, 27. September 2018

Costa da Morte und Finisterre (Die Küste des Todes und das Ende der Welt)

Nun können wir ja eigentlich von Bord gehen. Schließlich haben wir das Ende der Welt erreicht. Oder doch nicht? Man erzählt unsere Welt wäre rund. Mal sehen ob das stimmt.

Sonntag, 23. September 2018

Eine/ Unsere Überführung im Rückblick.

Überführung?
Ja so kann man die Streckenbewältigung aus heutiger, und hoffentlich auch zukünftiger, Sicht wohl nennen.

Freitag, 14. September 2018

Liebe Grüße von der Biskaya (nordspanische Küste)

Nach der Überquerung dieser sagenumwobenen Bucht tingeln wir nun an der nordspanischen Küste entlang.

Samstag, 1. September 2018

Sonntag, 26. August 2018

Warum wir ein Motorboot haben./ Was bisher geschah.

Bis heute und hier (Ijmuiden in der Nähe von Amsterdam) haben wir (nur) ca. 360 nautische Meilen (= ca. 670km) zurückgelegt.

Donnerstag, 23. August 2018

Niederländische Nordseeküste bis Ijmuiden (Amsterdam)

Am 20. August kommt der Wind dann von schräg vorn, nicht ideal aber besser als ganz von vorn. Also starten wir, stampfen durch mehr als 1m hohe Wellen.