Donnerstag, 5. September 2024

Australien - Auf ins Land der Beuteltiere!

Sechs Wochen nehmen wir uns für den roten Kontinent. Eigentlich ist es uns im Moment etwas zu viel, aber von Tahiti ist er doch deutlich näher als von Europa aus. Dass es gefühlt dann doch viel weiter ist als gedacht, überrascht uns ein wenig. Wir sind eben das langsame Reisen auf dem Boot gewohnt und denken: „fliegen ist wie beamen.“ Mit Einchecken und dem Umsteigen in Auckland sind wir immerhin insgesamt 12 Stunden unterwegs. Auf der Karte sieht das so viel näher aus und man muss ganz schön rechnen, um die minus 20 Stunden Zeitverschiebung richtig einzuordnen. Schließlich fliegen wir Samstag früh in Papeete los, über die Datumsgrenze und kommen deshalb erst am Sonntag um 15 Uhr an. Den gestohlenen Tag bekommen wir dann auf dem Rückflug zurück. Wir starten Sonntag früh in Sydney und sind Samstagabend auf Tahiti. Ganz schön verwirrend! 


Nun sind die sechs Wochen fast um und wir sind doch froh, diesen Abstecher auf den kleinsten Kontinent und die größte Insel der Welt gemacht zu haben. Australien unterscheidet sich viel mehr von Neuseeland als gedacht. Schnell fällt uns auf, dass hier die freundliche polynesische Mentalität nicht mehr zu finden ist. Von der indigenen Kultur bekommt man nur in Museen einen Eindruck. Der Kontinent ist komplett europäisch oder eher britisch-amerikanisch. Natürlich könnten wir Touren mit einem indigenen Guide buchen, aber diesbezüglich erzwingen wir nichts mehr. Oft ist das nur eine andere Form von Show. Da bevorzugen wir inzwischen doch die Museen, da man sich weniger voyeuristisch fühlt. Den berühmten (Ayers Rock) Uluru haben wir schweren Herzens von der Reiseliste gestrichen. Zu schwierig und kostspielig erscheint uns die Anreise. Wir beschränken uns also auf Sydney, Perth, Adelaide, Melbourne und Tasmanien. Ein volles Programm für sechs Wochen, aber es ist gut zu schaffen. Auch planen wir für die längeren Strecken Flüge ein, um nicht endlos im Auto Kilometer zu schrubben.


So sehen wir ein sehr abwechslungsreiches Australien in relativ kurzer Zeit. Gleich am ersten Tag kann ich Schwärme von Kakadus fotografieren und entdecke etliche andere für uns so besondere Vögel. Ich schwebe im siebenten Vogelliebhaberhimmel. Die Blue Mountains verwöhnen uns mit ihrer wundervollen Landschaft gleich zu Beginn unserer Reise. In Sydney gönnen wir uns eine Führung durch das berühmte Opernhaus. Um nach Perth an die Westküste und den Indischen Ozean zu gelangen, müssen wir noch einmal fünf Stunden fliegen. Der Wave Rock beeindruckt. So etwas gibt es wohl nur einmal auf dieser Welt. Auch die Pinnacle und die Küste sind wundervoll und überall soviel Federvieh. Die Stadt nutzen wir als kleine Verschnaufpause. Dann fliegen wir weiter nach Adelaide und von dort geht es mit dem Auto an der Südküste und dem Südpolarmeer entlang nach Melbourne. Hier sehen wir so viele Kängurus und Koalas in freier Wildbahn, wie nirgendwo anders. Auch eine Emufamilie und der Ameisenigel läuft uns über den Weg. Auch die Seelöwen- und Fellrobben-Kolonien sind ein echtes Highlight. In Perth hatten wir den Fehler gemacht und einen Wildlifepark besucht. Zu wenig informiert, missdeuteten wir den Begriff völlig. Die Tiere sind in kleinen Gehegen eingesperrt. Kängurus und Wallabys werden von Besuchern gemästet und bedrängt. Das schlimmste waren die stundenlangen Fototermine mit Koalas und Wombats. Uns wurde richtig übel. Der naturgegebene Phlegmatismus wird ausgenutzt, um Touristen und ihr Geld einzufangen. In Zukunft meiden wir jeden „Wildpark“ und jedes „Sanctuary“. Dann sehen wir eben weniger Tiere, aber die dann wenigsten in freier Wildbahn. Zum Schluss fliegen wir von Melbourne nach Tasmanien, jener Insel im Südpolarmeer hinter der nur noch die Antarktis kommt. Wir sind von der wilden wunderschönen Landschaft begeistert, sehen zwar weniger Tiere, erleben aber dafür nach 7,5 Jahren unseren ersten Schnee. In den Bergen konnte sich der Frühling noch nicht durchsetzen. Schnabeltier, Tasmanischer Teufel, Wombat und unzählige Kängurus in allen Größen sehen wir leider am Straßenrand oder auf dem Asphalt liegen. Wir fahren nie nachts und nur einmal in der Dämmerung, sind sehr vorsichtig unterwegs und haben deshalb zum Glück keines der heimischen Tiere auf dem Gewissen.


Nun geht es zurück nach Papeete. Dort schnappen wir unsere 20 Gepäckstücke und kommen zurück nach Europa. Bis bald!


Unsere Route: Blue Mountains - Sydney - Perth - Adelaide - Kangaroo Island - Südküste - Melbourne - Tasmanien

Blue Mountains:
Eucalyptuswälder, Wasserfälle, Felsen und Vögel

Drei Schwestern in den Blue Mountains

Urbanes Sydney am Wasser mit beeindruckendem Opernhaus


Wave Rock östlich von Perth 
15 m hoch, 120 m lang, über 60 Millionen Jahre alt

Westküste am Indischen Ozean: Dank an Neptun, dass er uns in den letzten sieben Jahren nicht zu sich geholt hat.

Pinnacle Desert an der Westküste

In Adelaide liegt das Geld auf der Straße.

Aussicht mit Känguruherde auf der Halbinsel Fleurieu

Admirals Arch mit Fellrobbenkolonie auf Kangaroo Island

Seelöwenmama mit Baby an der Seal Bay:
auf Holzstegen distanziert und doch ganz nah

Unsere Polarexpedition führt uns noch weiter in den Süden.

Versteinerter Wald, hier standen die Bäume noch.

South Ocean Road - das Südpolarmeer

Felsen, Wellen und Wind sind von Land aus nicht nur schön, 
sondern auch ungefährlich.

Natur und Großstädte wechseln sich ab: Melbourne

Streetart wie wir sie mögen.

Tasmanien an der Tasmansee: Teufels Küche

Bakterien färben die Steine rot

Eine Vogelauswahl der ersten Woche.

Ameisenigel: Beuteltier, Urtier und mit dem Schnabeltier verwandt

eines der bekanntesten Beuteltiere

Der Koala sitzt hoch oben im Eucalyptusbaum.

unsere Emu-Familie