Die beiden Vulkaninseln sind Schwestern, die sich ein gemeinsames Saumriff teilen. Man kann nicht so einfach zwischen ihnen hindurchfahren, da es sich nur auf Höhe der Inseln öffnet. Wir nutzen einen südöstlichen Pass, an dem direkt der wohl älteste, größte und heiligste Kultplatz Polynesiens liegt und ankern direkt vor diesem legendären Ort. Heute geht man davon aus, dass diese Inseln etwa 200 vor Christus von Samoa und Tonga aus besiedelt wurden. Von hier aus wurden über die Tuamotus und den Marquesas dann Neuseeland Hawaii und wahrscheinlich sogar die Osterinseln vom Menschen entdeckt und in Beschlag genommen.
Ra’iātea hieß früher Havai’i und war das Zentrum der polynesischen Kultur. Auf dem Marae Taputaoātea finden wir etliche restaurierte Plattformen. Die ältesten wurden dem Fisch- und Meeresgrotte geweiht, dann verehrte man eher Oro, den Gott des Krieges. Ihm wurden auch Menschenopfer dargeboten, die man sich zumeist vorher in Eroberungszügen besorgte. Heute geht es hier friedlich zu. Die Anlage ist sehr gut gepflegt und die Besucher werden mittels Sichttafeln und Flyer sehr umfassend informiert. Unter unserer Lady lebt der heilige Oktopus, der seine Tentakeln bis Hawaii, Neuseeland, Tonga und die Gilbertinseln streckt. So beschützt er das seefahrende Volk in ganz Polynesien. Ein langer Arm reicht sogar bis zu den Osterinseln. Obwohl das Wasser in der Lagune sehr klar ist, können wir das heilige Tier nicht entdecken. Dafür sehen wir wieder viele bunte Fische um dicke Korallenköpfe schwimmen. Wir müssen für den Anker immer eine Sandfläche finden, die groß genug ist, damit die Ankerkette möglichst über diesen wundervollen Unterwasseroasen schwingt.
Von der Baie Faaroa wandern wir bis zum Belvedere in der Mitte der Insel und riskieren einen Blick auf die andere Seite. Die Lagune ist nicht immer tief genug, um einmal in ihr das Eiland zu umrunden. Der Landausflug ist anstrengend aber sehr interessant. Wir müssen auf der Straße wandern und es werden 13 Kilometer. Aber unterwegs kommen wir an Ananasfeldern vorbei, haben spektakuläre Aussichten auf die erodierten Kraterwände und entdecken ganz besondere Felsen. Den Botanischen Garten erreichten wir mit dem Dingi über einen Flusslauf. Von Vairahi aus wollen wir die drei Wasserfälle besichtigen. Leider bleiben wir an einem verschlossenen zwei meter hohem Maschendrahttor hängen. Auf dem Nachbargrundstück werden wir aufgeklärt. „Da der einzige Weg über Privatgelände führt, kann man die „Trois Cascades“ nur über eine geführte Tour entdecken.“ An der Hauptstraße treffen wir eine Gruppe, die sich gerade auf den Weg macht. Der Guide will uns jedoch nicht mitnehmen. „Es sind schon zu viele Teilnehmer dabei.“
Also gehts weiter zur Nachbarinsel. Mit wundervollem Ostwind umsegeln wir Taha’a fast komplett. Links die grüne Vulkaninsel, rechts das flache türkisfarbene Wasser vor dem Saumriff mit etlichen Palmen bestandenen Motus, den kleinen Koralleninseln auf dem Riff. Die Sonne scheint, ich liege entspannt mit meinem Kaffee im Cockpit und Stefan muss an einigen engen Stellen etwas aufpassen. Ansonsten chauffiert uns der Autopilot durch die Lagune, während wir die Aussicht genießen.
Auf der Westseite besuchen wir die Perlenfarm „IORANA“. Der Steg ist neu, alles sauber und aufgeräumt. Hier ist man auf Touristen eingestellt. Die Moorings vor der ‚Haustür‘ wurden eigens für die Besucher von der Wasserseite ausgelegt und sind in sehr gutem Zustand. Wir werden warmherzig empfangen und bekommen eine grundlegende Einführung in die Perlenzucht, schauen den Flügelmuscheln sogar ins Haus und beobachten, wie die Basis hineingelegt wird. Zum Schluss wird uns der Schmuck im Shop vorgestellt. Auch hier erklärt uns die Inhaberin sehr detailliert die Unterschiede zwischen den Perlen. Natürlich möchte sie, dass wir etwas kaufen. Die versierte Verkäuferin baut jedoch keinen Druck auf.
Gegenüber am Motto Tautau besuchen wir den Korallengarten. Ein Ausflugsziel, dass auch von Landratten rege genutzt wird. Etliche kommerzielle Motorboote bringen sie in Gruppen bis zu 20 Personen hierher. Wir finden keine Lücke, um den Garten für uns allein zu haben. Aber die vielen Leute verteilen sich in dem langen schmalen Durchfluss. Er ist sehr flach und die Korallen gehen fast bis zur Wasseroberfläche. Man muss sich vorsichtig bewegen, um nichts zu berühren. Wir finden eine labyrinthartige Wasserwelt voller Farben. Wenn ich sehe, wie die Landratten mit ihren Badeschuhen durch das Riff stampfen und sich immer wieder an den Korallen festhalten, ich mir die nackten Körper in Badehose und Bikini anschaue, um anschließend zu kombinieren, dass sie statt Lycra sicher Sonnenschutz aus der Tube aufgetragen haben, dann wundere ich mich sehr, dass hier überhaupt noch etwas lebt.
Nach einem letzten Abstecher auf Ra’iātea geht es weiter gen Westen, nach Bora Bora, einem der teuersten Reiseziele auf der Welt. Die ganze Zeit sehen wir bereits die markante Silhouette am Horizont. Taha’a werden wir hoffentlich noch einmal auf dem Rückweg besuchen. In der Lagune östlich der Insel könnten wir mal wieder ein bisschen Wingfoilen oder kiten. Das wäre schön. Erst einmal müssen wir jedoch weiter. Vielleicht erwischen wir ein Windfenster nach Maupiti, unserem geplantem Wendepunkt in den Gesellschaftsinseln.
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| Anfahrt: Rici im Bugkorb und im Hintergrund Ra'iātea |
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unsere Tour um die zwei Schwestern mit einem gemeinsamen Saumriff
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die Wiege der polynesischen Kultur
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Zeremonialplattform: Marae Taputapuātea
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Den Oktopus als Beschützer zu sehen, ist doch viel schöner, als diese Tiere als Seeungeheuer zu verunglimpfen. |
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polynesischer Paddler im Auslegerkanu, im Hintergrund die heiligen Steine |
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| die wundervolle Bucht Fa'aroa |
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| So sieht die Ananas mit Pflanze auf dem Feld aus. |
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| Wandern lohnt sich eigentlich immer. |
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| Erodierte Felsen wurden wie Korallen geformt. |
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Keine Wasserfälle, dafür eine sehr treue Begleiterin. Ich glaube, sie wäre mitgekommen, wenn Stefan es erlaubt hätte. |
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respekteinflößender Räuber im Coral Garden Wir trauen uns nicht vorbei. |
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| Es ist eng und bunt wie in einem Aquarium. |
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| Nemo und seine Nachbarn |
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| Flügelmuschel mit Basis, einer Mississippiperle aus Japan 🤪 |
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Polynesische Perlen gehören zu den kostbarsten. Diese Kette kostet 5000 Euro! |
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| unser nächstes Ziel mit den Saumriff von Taha'a im Vordergrund |