Wir befinden uns am südlichen Wendekreis (23 Grad Süd) und merken es auch. Obwohl die Antarktis noch weit weg ist, so dicht waren wir ihr nur in Südafrika. Im August ist hier Winter. An guten Tagen zeigt das Thermometer zwar bis zu 29 Grad Celsius an, abends und nachts wird es jedoch empfindlich kühl. Die Sonne baucht am Vormittag ein Weilchen, damit ich in meinen Sommersachen und im Schatten nicht frösteln muss.
Die Stadt gefällt mir. Im Zentrum ist es relativ sauber, die Leute begegnen uns freundlich und fröhlich. An die vielen Obdachlosen müssen wir uns erst gewöhnen, obwohl ich es in Los Angeles / USA schlimmer fand. In São Paulo wohnen 12,4 Millionen Menschen. Die Zahl kann ich kaum fassen. Sie leben in extrem unterschiedlichen Situationen. Von unglaublich reich bis bettelarm ist alles dabei und es gibt sehr viele Favelas (Slams). Die drei Bürgermeister, welche von 1986 bis 2000 im Amt waren, stehen alle vor Gericht. Einer hat 344 Millionen US-Dollar ins Ausland und für sich in Sicherheit gebracht. Was will er mit so viel Geld? Das kann man doch gar nicht ausgeben. Alle besseren Wohnhäuser sind mit dicken Mauern, Stacheldraht und doppelten Toren geschützt. Wir sehen sogar burgartige Türme mit Schießscharten in den Mauern. Vor zehn Jahren artete der Kampf gegen die Mafia in eine Art Bürgerkrieg aus.
Wir haben zwei Tage und bleiben auf touristischen Pfaden. Die sind für uns Kulturschock genug. Immerhin zeigen sich die Obdachlosen sehr zurückhaltend und so schwindet bald die Angst vor ihnen. Mein Rucksack ist zwar doppelt angeschnallt, die Wertsachen tief unten vergraben, ein altes leergeräumtes Handy und mein Portemonnaie mit 20 Dollar liegen oben drauf, aber wir erleben keine Unannehmlichkeiten. So genießen wir das Zentrum aus einem Mix von klein und hoch, alt und neu, verfallen und nagelneu. Wir sehen wunderschöne Kirchen, genießen den belebten, grünen Park und gehen mal wieder ins Museum. Ich fotografiere nicht nur Architektur, sondern auch wieder Vögel. Insgesamt stecken uns dann gute 30 Kilometer in den Beinen. Zum Glück gibt es Uber und so kommen wir nach Sonnenuntergang immer gut ins Hostel zurück.
Nach Rio de Janeiro geht es mit dem Flixbus. Wir wollen etwas vom Land sehen und fliegen ist immer ein bisschen wie beamen. Sechs Stunden sind ok, unsere Muskeln können sich erholen und die Fahrt ist außerordentlich preiswert.
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| Die neugotische Kathedrale gilt als die viertgrößte der Welt. |
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| passende Fußgängerampel am Platz |
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| Hausstand eines Obdachlosen |
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Das ist mal eine Tür. Hier in der Nähe gab es das Gold, mit dem Portugal für eine Weile das reichste Land der Welt wurde. |
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| Straßenszene, arme Menschen sorgen für eine saubere Stadt. |
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| Kunst aus Urwaldbäumen |
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| Batman Alley ist Stadtviertel und Sehenswürdigkeit |
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| Das Abendmahl an einer Fassade |
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| eindrucksvolles Mauergemälde eines Kirchgeländes |
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| Ihr seht, uns geht es gut. |
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| im Park |
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| gestaltete Laternenpfähle |