Diese durch den Karneval und die übergroße Christusstatue so berühmte Metropole empfängt uns mit Lärm und Chaos. Obwohl der Busbahnhof weit weniger Weltstadtniveau hat, als jener in São Paulo, brummt hier der Verkehr. Rund herum ziehen sich die Straßen gleich in zwei Etagen, bilden etliche unübersichtliche Kreuzungen und werden zusätzlich kreuz und quer von Brücken überspannt. Die Straßenbahn rast einmal quer durch. An allen Ecken gibt es Bushaltestellen. Google verrät, wo unsere zu finden ist. Wir stellen uns der Herausforderung. Das Taxi zu nehmen, würde im Moment direkt unsportlich wirken. Immerhin gibt es Fußgängerampeln und die Fahrzeuge halten. Ich behalte die Maske auf, nicht, um mich vor dem Virus zu schützen. Es sind die Abgase, die meine Schleimhäute reizen. Wir finden die Haltestelle und der Kopf brummt bereits vom ohrenbetäubenden Krach, der uns wie eine Nebelwolke umgibt. Die Busse fahren im Sekundentakt an uns vorbei. Sie halten nur, wenn jemand winkt. Man muss höllisch aufpassen, besonders weil nachfolgende die haltenden überholen. Unsere Nummer ist nicht dabei. Nach zwanzig Minuten sticht der Lärm im Hirn. Stefan ruft einen Uberfahrer. Das klappt in einer Großstadt immer. Fünf Minuten später sitzen wir in einem klapprigen Kleinwagen und atmen auf. Unser Chauffeur erweist sich nebenbei als Guide. Mit Händen und portugiesisch erzählt er im Stakkato das Wichtigste. Ich nicke und verstehe ihn sogar meistens. Das Fahrzeug lenkt sich meist allein durch das Verkehrschaos. So lernen wir Rio bereits ein wenig kennen, bevor wir im Hotel landen.
Wir wohnen in der Villa Rica umgeben von Obdachlosen und direkt im angesagten Viertel Lapa. Gleich der erste Abend überrascht uns mit einer komplett gefließten Treppe mit 250 Stufen, Tourismustrubel und exzellenter peruanischer Küche. Das Willkommenstheater ist schnell vergessen. Wir genießen die Stadt, lassen uns treiben, entdecken viele schöne Plätze und Gebäude. Uberfahrer bringen uns an die beiden berühmten Aussichtspunkte. Wieder stecken wir im Touristentumult. Von oben kann man jedoch die einzigartige Lage, der in Hügeln eingebetteten Stadt, an einer großen Bucht mit Inseln, umrahmt von markanten Felsen bestaunen. Beim Abstieg entdecken wir, trotz der lärmenden Familien, scharlachrote Singvögel und Äffchen, die sich mit einer überreifen Jackfrucht vergnügen.
Im Stadtteil Santa Teresa sind gerade die Türen für Kunstliebhaber offen. Auch das sorgt für Gedrängel, bringt jedoch eine einzigartige fröhliche Stimmung mit sich. Straßenmusik, viele Verkaufsstände und kleine Konzerte umrahmen das Fest. Mit der einzigartigen Straßenbahn fahren wir natürlich auch. Die wild und eng bebauten Hügel prägen hier das Stadtbild. Rio ist wirklich eine echte lebendige Hauptstadt, mit allem was dazugehört.
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| Portugiesische Treppe mit 250 Stufen in Lapa |
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| Steiler schmaler Aufstieg, da hab sogar ich Höhenangst. |
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Santa Teresa, da entspannt sich sogar Stefan.
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| Offene Türen der Kunst in den „Las Ruinas“ |
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| bebaute Hügellandschaft: favelas (slums), schicke Viertel und Hochhäuser, im Hintergrund die große Bucht |
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| Calatrava, seine Bauwerke in Valencia gefallen uns besser. |
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Der königliche Lesesaal, der schönste der Welt, wenn man dem Times Magazin glaubt. |
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| Pause mitten in der Stadt |
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| Warum heißt der eigentlich Cristo de Redentor? |
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| Zuckerbrot, Zuckertor oder Zuckerhut je nach Sprache |
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Bondinho de Santa Teresa von 1877
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