Nach viereinhalb Monaten verabschieden wir uns von diesen unzähligen Inseln. Niemals hätte ich geglaubt, dass wir so lange an einem Ort verweilen würden. Es ist schön hier. Schwimmen und schnorcheln gehören zur Tagesordnung, Strandspaziergänge und Dingitouren ebenso. Aber die nächste Hurrikansaison kommt bestimmt und die Bahamas liegen mitten drin. Möglich, dass sich der erste Wirbelsturm bereits im Mai blicken lässt. Da wir diese wilden Typen ungern persönlich kennen lernen, machen wir uns beizeiten aus dem Staub.
Deshalb bereiten wir uns nicht nur seelisch und moralisch auf ein dreiwöchiges Crossing über den Atlantik vor. Die Lady wird auf Herz und Nieren geprüft. Das dauert, denn sie hat viele Organe. Der dicke Volvomotor, der ja möglichst wenig zum Einsatz kommen soll, ist so etwas wie eine Lebensversicherung auf hoher See. Alle Segel, die dazugehörigen kleinen Elektromotoren, Winschen und Furler müssen funktionieren, damit unser Haus und Transportmittel den Wind nutzen kann. Wir benötigen den Wassermacher, den Bordstrom inklusive Inverter genauso wie intakte Kühlschränke. Natürlich darf die gesamte Bordelektronik mit Funkgerät, Kartenplotter, allen möglichen Messgeräte und dazugehörigen Sensoren nicht ausfallen. Zusätzlich hat Stefan unser Satellitentelefon wieder angemeldet, aktiviert und getestet. Damit bekommen wir dann hoffentlich die aktuellen Wetterdaten auf hoher See. Schöner Nebeneffekt ist, dass wir regelmäßig eine SMS mit unseren Koordinaten an Belinda versenden können. Sie ist so lieb, als Ansprechpartner sowie Multiplikator zu vermitteln und wird dazu vielleicht eine WhatsApp-Gruppe einrichten.
Ich bringe die Lady innen auf Hochglanz, prüfe die Vorräte, wasche Bettwäsche, Handtücher und Klamotten. All das ist auf See schwierig und muss deshalb dann für drei Wochen reichen. Mittwoch wollen wir den Supermarkt plündern, unsere drei! Kühlschränke und die Bilgen füllen, zumindest mit dem was zu kriegen ist. Es wird Zeit, dass wir Portugal erreichen. Unsere Vorräte sind aufgebraucht. Dann soll es Donnerstag oder je nach aktuellem Wetterbericht etwas später los gehen. Drei Wochen waren wir noch nie ununterbrochen auf See. Normalerweise gibt es einen Zwischenstopp auf den Bermudas. Wir haben jedoch keine Lust auf einen zusätzlichen PCR-Test. Davon werden wir auf den Azoren noch genug haben. Im Moment drohen sie Einreisenden drei ! an. Doppelt hält besser und mehr ist noch sicherer ;-) Da spielt es keine Rolle, dass ob man vorher drei Wochen auf See war und gar kein Covid haben kann. „Safety first!“
Wir sind so weit und auf die lange Seereise vorbereitet, freuen uns auf die Azoren und vielleicht klappt ja dann auch der Besuch in Deutschland. Macht euch keine Sorgen, denn die Lady ist ein gutes und sicheres Boot, der Capitano weiß was er tut und ich werde ihn nach besten Kräften versorgen sowie unterstützen. Erst einmal sagen wir Ahoi, senden liebe Grüße und melden uns dann Ende Mai von den portugiesischen Inseln mitten im Atlantik wieder.
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| Beim Schorcheln am Wrack entdecken wir diesen scheuen Hai |
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| Vor der großen Fahrt wird das Unterwasserschiff geputzt (, damit es nicht daran liegt, wenn wir so langsam sind;-) |
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| Freundliche Schweine bekommen von mir natürlich Gemüse und Streicheleinheiten |
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| So sieht es hier beim Zoll aus. Hier lagern u.a. die Ausklarierungspapiere. |
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| Zeit für Wanderungen und Höhlenbesichtigungen bleibt natürlich auch |
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| Einkaufen und Einkehren in Spanish Wells |
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| Hier sammeln sich deutsche Segler zum Crossing |
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| Geburtstagstorte, von junger Frau |