Nun rücken wir aber den Inka auf den Pelz. Von Puno gehts nach Norden in die Inkahauptstadt Cusco. Auf dem Weg liegen die Regenbogenberge (Las Montañas Colores), mehr bekannt als Rainbow Mountains. Aus den Wasserratten werden nun endgültig Bergziegen, denn wir wandern auf einem Bergrücken fast 5000 m über Null und steigen dazu über 300 Höhenmeter, ohne Sauerstoffmaske. Ich habe keine Probleme. Stefan muss bewusst und gleichmäßig einatmen, dann geht es auch ihm gut. Nie hätten wir gedacht, dass wir diese Höhe ohne Einschränkungen so gut aushalten. Wir sind stolz auf uns und genießen die einzigartigen Farben dieser Berge. Die Straßen dorthin ist wieder einmal eine Zumutung, aber was Kleinbusse schaffen, schafft auch unser alter Toyota. Bei Gegenverkehr wird es sehr eng, aber unterwegs schauen uns die Alpakas und Lamas ins Fenster und ich kann jeder Zeit anhalten um ihnen beim Kauen der Grashalme zuzuschauen und zum tausendsten Mal: „Ach wie süß!“ zu rufen. Stefan hat sich schon lange anstecken lassen und so schwelgen wir beide im Alpakahimmel, wortwörtlich in Wolken aus Wolle.
Cusco ist noch einmal ein Level touristischer als Arequipa. Die Straßen der alten Stadt sind so eng, dass oft nur ein Auto hindurch passt. Überall hupt es, Fußgänger quetschen sich durch die Blechlawinen. Straßenverkäufer nutzen jeden freien Platz. Es ist der städtische Wahnsinn einer historischen Stadt in der Gegenwart. In einer der Gassen laufen uns die Segler Annette und Michel über den Weg, einfach so, ganz unerwartet. Auf dem Berg neben dem Hauptplatz, oberhalb der spanischen Kathedralen finden wir dann eine echte Inkafestung und bewundern die schweren hohen, fast nahtlos zusammengesetzten Mauern. Die inzwischen gut trainieren Bergziegen schaffen den Berg zu Fuß.
Peruanische Frauen in traditioneller Kleidung mit Alpakajungen und Lämmern lassen sich für ein Trinkgeld fotografieren. Ich halte die lebendigen Wollknäule mit ihren zarten Nasen in meinen Armen und würde sie am liebsten mitnehmen. „50 Dollar und im Flugzeug so unter die Jacke stecken.“, zeigt mit die humorvolle Indigene. Einen Tag taumeln wir im Touristentrubel, dann gehts ins Heilige Tal. Dort finden sich weitere Zeugnisse der Inka. Pisaq, Ollantaytambo und Machu Picchu sind die Highlights. Aber auch die Salzterrassen und das Agrarforschungslabor Moray sind sehr sehenswert. Pisaq beeindruckt uns besonders. In Ollantaytambo finden wir eine fast ursprüngliche Inkastadt. Der Ort ist sehr interessant, erstickt jedoch im täglichen Touristenchaos der Kleinbusse und Souvenirverkäufer. Die Abgase verpesten die Luft dermaßen, dass ich freiwillig meine Maske trage und der Lärm erstickt jedes Wort. Machu Picchu klemmt nicht nur zwischen Bergen wie Eckzähne. Der Ort wird von Touristen und Regularien gleichermaßen erdrückt. Die schlappen 2400 m über Null machen uns keine Probleme mehr. Die insgesamt 600 Höhenmeter von Agua Caliente im Tal zur Inkastadt auf dem Berg nehmen wir in 70 Minuten. Der Ausgangspunkt aller Machu Picchu Besucher am Urubamba ist nur mit dem Zug zu erreichen. Autos gibt es hier nicht. Der gesamte Ort ist ein einziger Markt aus Souvenirständen, Läden, Hotels, Restaurants und Cafés.
Die Rückfahrt über die Anden nach Lima wird noch einmal eine Zusammenfassung unserer gesamten Reise: Berge, Gletschergipfel, Vicuñas, Lamas und riesige Alpakaherden, stille Seen auf der Hochebene, einsame Orte und brodelnde Städte im lärmenden Verkehrschaos, unzählige Laster auf Serpentinenstraßen, die sich steile Hänge hinauf und hinunter schlängeln, Baustellen, an denen wir stundenlang warten, Erdrutsche, die Straßen unter sich begraben, Felsbrocken, die wie Styropor durch die Luft fliegen…
Es ist zu viel für unseren Block. Ich werde mich wieder hinsetzen und ein Buch schreiben müssen. Vorerst müssen der Post, unsere Bilder und die Filme reichen.
Video: https://youtu.be/u9VU_2jjJK8
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| Abseits von Touristenpfaden… |
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| …eine vom Steinschlag zerstörte Nekropole |
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| für bezahlte Fotos herausgeputzt |
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| Bosque de Piedras, Wald der Steine auf 5000 m |
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| Montañas Colores, Rainbow Mountains, Regenbogenberge |
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| viele Schichten unterschiedlicher Mineralien |
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| Mutter Natur schwang den Pinsel |
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| Gletscherkamm mit Gipfel Auzangate 6384 m am Horizont |
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Cusco Hauptstadt der Inka
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| wenige Eingangstore … |
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| …in beeindruckenden Mauern… |
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| …aus riesigen Felsquadern |
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| Fotos für Bezahlung |
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| Blick auf die Terrassen von Pisaq im Heiligen Tal der Inka |
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| Tempelquartier Pisaq auf einem Bergrücken |
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| Salinen von Maras im Heiligen Tal der Inka |
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| Ollantaytambo, besterhaltene Inkastadt |
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| Festung von Ollantaytambo |
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Straßenszene in Ollantaytambo
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| während des Webens noch den Korb auf dem Kopf |
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| Moray: Agrarforschungsstation der Inka |
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| Lamas mit Besitzerin |
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| Ich kann nicht widerstehen. |
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| Lämmerliebe, guckt euch die Ohrringe aus Wolle an. |
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| 600 hm in 70 Minuten, die Berziegen grüßen |
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| Machu Picchu: ein Zufluchtsort der Inka zwischen spitzen Bergen |