Montag, 13. April 2020

Überlebenstraining

Das beginnt damit, in gefährlichen Situationen Ruhe zu bewahren und tief durchzuatmen.
Bloß keine Panik aufkommen lassen und die Frustration bei Seite schieben. Dann checkt man realistisch und möglichst sachlich die Lage. Macron will alles bis Mitte Mai so weiter laufen lassen. Hat der eigentlich schon mal was von einer Hurrikansaison in der Karibik gehört? Oder hat er einfach nur keinen Berater zu diesem Thema in seinem Team? Wir sind schockiert.

Auf Guadeloupe und Martinique werden seit Tagen keine Neuinfizierten registriert. Wir Segler liegen nun 27 Tage in Quarantäne. Wir sind gesund! Wir sind teilweise allein. An Land wird gefeiert, getrommelt, gesungen und wir benötigen einen Ausgangszettel, werden auf der Straße kontrolliert, weil wir uns mal die Beine vertreten wollen und ermahnt, nur eine Stunde wäre erlaubt. Die Gendarmen sitzen zu viert im Auto, in Vollmontur.

Tief durchatmen. Noch haben wir etwas Zeit, aber Mitte Mai ist uns eindeutig zu spät. Nun hoffen wir auf andere südliche Karibikinseln, dass sie in den nächsten Tagen die Zügel lockern und ihre Grenzen zumindest mit Auflagen öffnen. Die notwendigen Reparaturen in Le Marin auf Martinique können wir vergessen, dass muss nun irgendwie alles bis Dezember halten. Hoffentlich, denn so ein Furler für die Genua ist nicht so unwichtig. Wir müssen tanken. Obwohl wir, soweit möglich, Diesel sparen, wird er gebraucht. Insbesondere für den Wassermacher wenn dicke Wolken am Himmel hängen. Aber auch ein bisschen Reserve ist nicht schlecht, wenn der Wind mal weniger aktiv ist, als vorhergesagt. 

Also tief durchatmen, die 1. Regel im Überlebenstraining. Im Grunde genommen ist die Situation Mist, aber was soll man machen. Im Moment geht es uns ja gut. Vielleicht kommt ja noch eine Antwort aus Martinique. Wir haben vor etwa einer Woche um eine Einreiseerlaubnis gebeten. Vielleicht öffnen zumindest einige südlichen Karibikinseln bald wieder ihre Grenzen. Unser Puffer geht bis Ende April, dann hält uns hier nichts mehr. Dann werden wir es drauf ankommen lassen müssen. Wahrscheinlich denken viele Segler so. Denn nicht jeden Tag ist genug Wind zum Segeln und man ist auch nicht so schnell unterwegs, wie mit einer Fähre oder einem Flugzeug. Von hier bis Trinidad oder Tobago ist man einige Tage unterwegs. Erst recht wenn man nachts ankern und schlafen möchte.


Impressionen von einer Stunde Landgang in Baie-Mahault:







4 Kommentare:

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  2. Ein ruhiger kleiner Ort, abseits vom Tourismus. Die Leute sind hier aber fröhlich und freundlich.

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  3. Ohje. Ich drück die Daumen! Kühlen Kopf bewahren... aber das könnt ihr ja :)

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  4. Der kühle Kopf und heiße Finger auf der Tastatur haben dann geholfen. Schauen wir mal, wie es weiter geht.

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