Da fast jede Insel ein anderes Land ist und man sich auf den meisten mit dem Boot nicht bewegen kann, wurden wir quasi von einem auf den anderen Tag festgenommen.
Zwar am eigenen Anker und auf eigene Verantwortung, aber eingesperrt. Das geht nun schon seit dem 15. März so.
Zwar am eigenen Anker und auf eigene Verantwortung, aber eingesperrt. Das geht nun schon seit dem 15. März so.
Während der Gefangenschaft gibt es erstaunliche Unterschiede im Umgang damit. Einige verlassen das Boot wirklich nur zum Einkaufen und dann auch nur mit Maske, halten sich präzise an alle Regeln. Andere fahren mit ihrem Boot umher und legen sich einen Grund zurecht, falls man angehalten und gefragt wird. Nicht wenige besuchen sich gegenseitig mit dem Dingi und in der Marina wird sogar zusammen gekocht und gefeiert. Der Weg über den Steg ist ja nicht weit und so lange keine Wachposten herum laufen, nutzt man das letzte bisschen Freiheit.
Dann gibt es die ein oder anderen Befreiungsversuche. Während einige entspannt abwarten können, müssen andere Geld verdienen oder mit dem Boot nach Europa zurück kehren. Es gibt tatsächlich Eigner, die noch ein paar Mitsegler finden konnten und nun Richtung Deutschland unterwegs sind. Eine erste Statusmeldung kam heute rein. Man konnte erfolgreich in St. Martin ankern und einkaufen. Nun ist der Katamaran auf den Weg nach Fuerte Ventura.
Andere haben einen Liegeplatz hier in Le Marin oder anderswo gefunden und hoffen, dass sie im Mai oder Juni nach Hause fliegen können. Ich finde es ganz schön mutig, das geliebte Boot in der Hurrikansaison hier zu lassen. Aber auf Martinique gab es seit mehreren Jahren keinen schweren Wirbelsturm mehr. So kann man hoffen oder auch bangen.
Dann gibt es Segler, die ihr Boot für viel Geld auf einem Schiff nach Europa transportieren lassen. Sie sind bereits nach Hause geflogen oder fliegen erst, wenn das gute Stück sicher auf dem Lastkahn vertaut ist.
Einige Segler nutzen die Zeit für Reparaturarbeiten. Das ist zwar schwierig, da keine neuen Lieferungen kommen und viele Firmen nicht arbeiten, aber es geht. Unsere Lady bekommt nun ein Coppercoat und das soll vor dem 11. Mai bereits fertig sein. Ein neuer Furler für das Vorsegel und flexible Solarzellen sind auf dem Weg. Auf der Werft treffen wir auch andere, die an ihren Booten basteln.
Spannend wird es dann Mitte Mai. Wenn die Grenzen nicht geöffnet werden, bin ich neugierig, was die Segler machen, die - wie wir - weiter im Süden die Hurrikanzeit verbringen wollen. Das werde ich dann zu gegebener Zeit berichten.
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| Im Moment nehmen zwei Schiffe Segler an Bord. |
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| Das Eine hat Kräne und hebt die Segler auf die Schüttgutluken. |
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| Das Andere funktioniert wie eine Schleuse. |



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