Freitag, 17. April 2020

3. Etappe: An Dominica vorbei bis Martinique (81 sm in 15 Stunden)

Um auf Nummer sicher zu gehen, stehen wir bereits nachts um zwei Uhr auf und lichten noch vor drei Uhr den Anker. Es ist so finster, dass der Lichtschein des Leuchtturmes fliegende Gespenster zaubert.
Er trifft auf hauchdünne, fast unsichtbare Wolken. Die Sterne leuchten am Himmel und im schwarzen Meer schimmern mindestens genauso schön die Algen.

Auf dieser langen Strecke geht es sehr unterschiedlich voran. Zwischen den Inseln haben wir guten Wind, der ordentlich an den Inselspitzen auffrischt. Hinter der Landabdeckung ist Flaute oder es weht leicht auflandig. Zu unserem Ankerplatz müssen wir dann gegen den Wind motoren. Die Wellen schaukeln den gesamten Tag das Boot ordentlich durch, so dass wir eher weniger an oder unter Deck unterwegs sind. Der Autopilot zickt immer häufiger rum, insbesondere wenn man sich kurz umdreht, sich eine Stulle machen oder auf Toilette gehen will.

Unsere Lady ist lahm. Wenn die Strecke etwas weiter ist und man sie in besserer Form kennt, nervt das. Die Gute muss dringend zu einem professionellen Barbier. Nicht nur, dass so ein Damenbart sehr unattraktiv ist, er kann auch überaus unpraktisch sein. Wir büßen geschätzt ein bis zwei Knoten ein. Unser Lifttermin in der Werft ist am Dienstag. Nun sind wir gespannt, ob die Gesetzeshüter uns das, trotz 14tägiger Quarantäne, genehmigen. Stefan will die 28 Tage Isolation mit auf die Waagschale werfen. Mal sehen! Montag sind wir schlauer.

Morgen ist erst mal Pause. Es soll den ganzen Tag regnen und meist ist dann gar kein Wind oder es geht ganz kurz Mal so richtig zur Sache. Kein Segelwetter, sondern Ausruhwetter. Für die Küstenwache sind wir heute wohl zu spät angekommen, mal schauen, ob sie morgen vorbei kommen.

Geschminkte Paradiesmöwe schaut, wer hier einfach so segelt.

Gegen die Welle, da geht die Post ab!

Stefan überwacht den Autopiloten.
(Man beachte die kleine Taschenlampe im Vordergrund, ein unbeabsichtigtes Lot im Bild.)

Martinique voraus

Wind im Haar, um die Nase und festgeklemmt, um nicht abzustürzen.

1 Kommentar:

  1. Ich finde das Bild von der Möwe so gut. Bin richtig stolz auf meinen Schnappschuss. Weiß jemand, wie sie wirklich heißt?

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