Mittwoch, 11. März 2020

Die Inseln der Heiligen


Iles des Saintes – 03.03.2020 bis 07.03.2020


Von Dominica aus geht es nun noch weiter in Richtung Norden. Ich habe mich dafür entschieden, keine Rundreise zu machen, buche also stattdessen ein Flugticket von Point-a-Pitre auf Guadeloupe nach Fort-de-France auf Martinique und werde dann von dort aus meinen geplanten Heimweg antreten.
Also können wir entspannt weiter Seemeilen zwischen uns und Martinique bringen. Aber noch ist der Heimweg gefühlt in weiter Zukunft. Zunächst geht es also auf die Iles des Saintes.

Zu den Inseln selbst (danke Wikipedia...). Die Inselgruppe „Les Saintes“ besteht aus zwei großen, bewohnten Inseln: Terre-de-Bas und Terre-de-Haut. Dazu kommen auch noch ein paar winzige, unbewohnte Inseln. Die Gesamtfläche aller Inseln beträgt nur knappe 13 km². Man findet sie etwa 8 nm südöstlich der Insel Guadeloupe zu der die Les Saintes auch gehören. Das macht sie zu einem Bestandteil des französischen Überseedepartments.

Terre-de-Bas

Zunächst verschlägt es uns auf die ruhigere Insel. Terre-de-Bas bedeutet auf Deutsch soviel wie flaches Land. Wir ankern in der südlichen Bucht und werden eine Nacht bleiben.


Nicht ganz allein, doch dafür in Ruhe.
Die Insel ist, wie gesagt, eher ruhig. Als wir über die Insel spazieren um einzukaufen und nach einem der angepriesenen Restaurants zu suchen, erleben wir jedoch so einiges. Und das ganz nach unserem Geschmack. Wir laufen zur großen Bucht und beobachten das erste Mal Pelikane bei der Fischjagd. Das machen die lieben Vögel so häufig, dass wir sie sogar Filmen können. Auch Leguane sehen wir kurz, bevor diese mit einem Affenzahn in den Mangroven verschwinden. Doch der Knaller soll erst noch kommen. Nachmittags rudern Mama und ich noch zur Poterie Fidelin (eine alte Töpferei in der früher die Sklaven arbeiten mussten). Sie liegt in unserer Bucht und wir denken uns: „Warum nicht?“. Dort im Schutz der alten Ruinen sehen wir so viele Leguane auf den Steinen in der Sonne brutzeln, ich kann nicht mal sagen wie viele es waren. Ist ja auch egal. Fakt ist, sie sind überall. Auch hinter uns in der Ruinen, aber die huschen schnell weg. Die Leguane auf den Felsen am Wasser kann Mama sehr gut mit der Kamera einfangen.








Terre-de-Haut

Nach unserer Leguan-Exkursion geht es dann auch schon nach Terre-de-Haut. Auf dem „hohen Land“ werden wir ganze vier Nächte verbringen. Hier fangen die Tage an, für mich zu verschwimmen. Richtiger Urlaub eben. Die erste Nacht ankern wir noch etwas westlich von der Stadt Bourg. Dann fahren wir doch noch in das Ankerfeld direkt vor der Stadt.

Baie du Bourg
Auch hier ist Maria noch gut im Gedächtnis. Aber die Insel ist durch den Tourismus sehr "aufgeräumt" und es gibt kaum noch Ruinen.


Die Insel ist zwar auch nicht besonders groß, doch wir sind vor allem auf das Fort Napoleon gespannt, dass sich im Norden der Insel auf dem Berg befindet und schön restauriert sein soll. Ziel des ersten Tages also: Mittagessen, Einklarieren und dann noch hoch zum Fort. Leider tut uns das Mittagessen nicht so gut (außer Stefan). Woran das letztendlich lag, ist unklar. Aber Mama geht lieber erstmal zurück aufs Boot, um sich kurz hinzulegen. Stefan und ich klarieren ein und buchen noch zwei weitere Nächte an der Mooring. Da wir Mama nicht stören wollen, versuchen wir am Dingi-Steg eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen. Keine Chance. Alle Dingis die abfahren sind schon randvoll. Letztendlich rufen wir Mama doch an. Die sitzt allerdings selber schon im Dingi und ist schon fast wieder da. Wir gehen also doch noch hoch zum Fort. Ganz schön anstrengend. Es ist heiß und viele Höhenmeter sind zu erklimmen. Oben angekommen hat das Fort dann geschlossen. Toll. Von 9:00 bis 12:30 geöffnet. Wir gehen nur einmal um die Anlage herum und dann wieder bergab in den Ort, ein wohlverdientes Eis essen.

kostenloser Rundgang ums Fort Napoleon

Bäume wachsen hier scheinbar überall. Hier zwei Kandidaten die sich an der Fortwand hocharbeiten.

Am nächsten Tag erkunden wir dann lieber via Golf-Kart die Insel. Gestern Nachmittag noch reserviert (heute morgen waren tatsächlich keine mehr zu bekommen) und natürlich mit Elektroantrieb. So geht es nun, aufgrund der vielen Einbahnstraßen, kreuz und quer über die Insel.

Unser Elektro-Mobil. Sogar mit Rückwärtsgang...

Das Fort ist tatsächlich sehr schön gemacht, mit einer Ausstellung und botanischem Garten. Außerdem bekommen wir auch noch Souvenirs und eine Postkarte.

Dann geht es zum Plage Pompierre. Das ist tatsächlich ein Traumstrand wie aus dem Bilderbuch. Stefan schnorchelt, Mama und ich trinken einen Kaffee unter Palmen auf der eigens mitgebrachten Sitzgelegenheit.


Der Plage Pompierre lohnt sich!

Karibik-Feeling und Kaffee

Der kleine Berg südlich von der Insel heißt „Pain du Sucre“, Zuckerhut. Er ist eines der Wahrzeichen der Insel, aber vom Wasser aus deutlich sehenswerter als von Land.

Noch ein Stück weiter kommt schon unser letzter Abstecher. In der Bucht „Anse Crawen“ schnorchelt dann Mama und ist ganz aus dem Häuschen, weil sie ihre erste Muräne sieht. Außerdem fängt Stefan uns zwei Küken der vielen Hühner die hier überall frei herumlaufen. Da sowohl Mutter als auch Küken dabei sehr entspannt bleiben, bin ich damit einverstanden. Letztendlich schafft es mein kleiner Federball dann doch, mir zu entwischen.


Glückliche Hühner

Sehr verspätetes Mittag (15:00 kann man in Frankreich froh sein, wenn man noch was bekommt) gibt es dann wieder in der Nähe von Bourg. Mit den Füßen im Strandsand gibt es nochmal ausgezeichneten Fisch (Dorade und Thunfisch). Diesmal bekommt uns das auch alles sehr gut.

Dem kann ich nur zustimmen.

Obwohl wir jetzt die Insel (dank vieler Umwege durch Einbahnstraßen) sehr gut kennen, wollen wir noch einen Tag länger bleiben und uns ausruhen, bevor es dann weiter nach Guadeloupe geht. Die Les Saintes werden als die schönste Sehenswürdigkeit von Guadeloupe beschrieben. Ob das so ist, kann ich noch nicht einschätzen. Dennoch bin ich froh, dass wir uns hier die Zeit genommen haben. Ich lege diese beiden Inseln jedem, der wie wir unabhängig von großen Touristenmassen unterwegs ist, wärmstens ans Herz. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen