Routine besiegt die Einsamkeit in unserer riesigen Quarantäne-Lagune.
Wir beschäftigen uns mit den Nachrichten aus aller Welt, ich schreibe halbtags am Aida-Buch und Stefan repariert am Boot. Nachmittags schwimme ich zur Insel, unternehme eine komplette Rundwanderung und schwimme zurück. Das hält fit. Und dann kommt plötzlich alles ganz anders.
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| 393 Schritte, dann ist man rum. |
Heute vormittag sehen wir doch tatsächlich das Fischerboot wieder und Stefan gelingt es auch, es herbei zu winken. Wieder ist der Fischer sehr freundlich und packt großzügig ein. Wieder will er unser Geld nicht annehmen und lässt sich dann doch überreden. Wieder schuppe ich Fische und muss danach erst einmal ein Bad nehmen.
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| Der Fischer, das Boot voller bunter Fische. |
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| Die sind für uns. |
In der Tüte zappeln aber auch drei wunderschöne Krabben. Nach dem ersten Schreck sichern wir sie im Waschzuber. Dann setze ich sie für das Fotoshooting ins Dingi. So können sie nicht aus Versehen übers Deck laufen. Hätten wir sie nur gleich wieder ins Wasser gesetzt!
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| unsere neuen Haustiere, mit eisenharten Rüstungen geschützt |
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| Sogar die Lippen haben Panzerplatten. |
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| skeptisch aber neugierig und natürlich mutig |
Anfangs war ich noch neugierig, wenn auch ein wenig ängstlich. Stefan überwindet seinen Widerstand, weil er sich wahrscheinlich auch auf ein Gourmetessen freut. Immer wieder schaut er nach unseren Haustieren, ob sie sich auch nicht selbständig machen. Aber bereits im Laufe des Tages werden die so eindrucksvollen Tiere immer lethargischer. Ein Ausschlusskriterium für diese Art von Nahrung ist unseres Erachtens die Tatsache, dass man sie nicht sofort töten kann, um ihnen langes Leiden zu ersparen. Aber noch denke ich: „Sei nicht zimperlich! Wer in der Wildnis überleben will, muss auch Krabben kochen können.“ Also recherchiert Stefan. Das ist mit Internet heutzutage ja sehr einfach. Und auch die Zubereitung ist nicht schwer. Sie kommen gut gewaschen in kochendes Salzwasser und wenn sie orange sind, können sie abgeschreckt auf den Tisch.
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| irgendwie gruselig |
So weit so gut! Beim Filetieren der Goldmakrele musste ich meine Emotionen auch ausblenden. Ich koche sie also zum Abendessen (Fragt nicht nach dem Gefühl, wenn man sie in das brodelnde Wasser fallen lässt!) und dazu gibt es Süßkartoffeln, Kartoffeln und Chu Chu. Ein leckeres Currydressing aus Cremé Fraiche und Gewürzen und ein Rosé machen das Dinner for two perfekt.
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| Gourmet oder nicht? |
Weit gefehlt, diese Schalentieren sind kaum zu knacken und ist man dann doch erfolgreich, versteckt sich so wenig Fleisch im Inneren, dass man weder richtig zum Essen kommt, noch satt wird. Eher gewinnt Mutter Natur, die solche Kreaturen schafft, an Respekt und das schlechte Gewissen nagt mehr und mehr, weil sich die Tötung dieser schönen Tiere für das bisschen Fleisch nicht lohnt. Auch wenn es sehr gut schmeckt, steht es in keinem Verhältnis. Für uns sind Krabben ab jetzt Tabu. Nichts für uns, außer wir sehen sie beim Schnorcheln herumkrabbeln.
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| nun etwas Schönes: Abendsonne in unserer Quarantäne-Lagune |
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