Donnerstag, 15. August 2019

Burgen, Felsen und Pulpo in Nordspanien

Wir genießen die letzte Woche mit Maxe in den Rías nördlich von La Coruña.
Das sind die Flussmündungen im westlichen Spanien, die ein wenig den norwegischen Fjorden ähneln. In den verzweigten Buchten kann man geschützte Ankerplätze, goldene Strände und kleine idyllische Fischerörtchen finden. Die dem Meer zugewandten Landspitzen sind eher schroffe, nackte Felsen, von denen die wilden Wellen des Atlantiks bereits alles abgewaschen, ja sogar Tiefe Höhlen hinein gefressen haben. Nur die Rücken, dieser im Wasser liegenden steinernen Ungetüme, sind mit einem grünem Pelz bedeckt. Auf diesen thronen, wo auch immer möglich, größere oder kleinere Festungen, die hier Castelo oder Castillo heißen und die Orte sowie das Hinterland vor feindlichen Angriffen vom Wasser aus schützen sollten. Das ist zum Glück ja heute nicht mehr nötig. So können wir unbehelligt in die Rías fahren, Ankerplätze suchen, baden und mit dem Dingi an Land fahren, um die Orte anzuschauen, Postkarten abzuschicken, Tortilla oder Pulpo zu essen und Tinto de Verano zu trinken. Wir sind in Spanien!

Während sich Maxe seelisch und moralisch auf seinen Heimflug vorbereitet, korrigieren Stefan und ich immer wieder das Lissabonbuch, finden jedes Mal neue Fehler, vertiefen uns in Kommasetzungsdiskussionen und laden das Manuskript dann endlich mit dem Hafen-W-Lan in La Coruña bei Amazon hoch.


Dann setzen wir Maxe in den Flieger, plündern einen Supermarkt, denn unsere Bilgen und Kühlschränke sind absolut leer, umkurven segelnd die Costa de Morte, südlich von La Coruña, erreichen nun zum zweiten Mal das Ende der Welt, das Capo de Finisterre und steuern danach weitere Rías an.

Das beste an allem ist, dass ich an Bord auf dem schaukelndem Schiff bin und mir ist nicht schlecht. Ich kann lesen, auf die Toilette gehen, mir einen Apfel holen, etwas essen, am Computer schreiben und mir wird immer noch nicht schlecht. Was für eine Befreiung, ich bin an Bord, es schaukelt und ich fühle mich wie ein normaler, gesunder Mensch. So kann ich dann auch entspannt und stundenlang, mit wenig Wind, der Landspitze vor uns entgegen schaukeln, bis wir sie irgendwann erreichen, umrunden und uns einen Ankerplatz suchen.













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