Samstag, 3. August 2019

62 h Schaukelei auf der Biskaya

Au revoir La Rochelle, wir waren gern hier. Nun wird es Zeit für den Abschied.


Wir starten vor Sonnenaufgang um 6:30 Uhr, um ohne Sturm die Biskaya überqueren zu können. Für heute sagt der Wetterbericht zwar zu wenig Wind an, aber dann soll er auffrischen. Das nehmen wir in Kauf und kämpfen uns durch die Kreuzwelle zwischen den Inseln vor La Rochelle. Maxe wird zwar geweckt, während die Wellen gegen sein Schlafzimmer im Bug knallen und über sein Oberlicht brodeln, aber er bleibt erst mal liegen, denn um 8 Uhr steht man doch noch nicht auf.

Abends frischt der Wind von Achtern auf und wir segeln. Leider mit zu wenig Wind und so schaukelt es weiter. Der Ballooner, ein leichtes Vorwindsegel wird zum ersten Mal zusätzlich gehisst. Stefan ist schweißgebadet und ich kotze mir zum dritten Mal das bisschen Flüssigkeit aus dem Magen, das noch drin war. Die Kreuzwelle konnte ich besser ab. Die erste Nachtwache schaffe ich dann noch, dann liege ich nur noch.

Maxe hält sich ganz gut. Am ersten Tag ist ihm etwas flau und er liegt mit mir im Cockpit rum. Ab dem zweiten Tag ist alles gut und er kann sogar seine Croissants genießen. Am dritten Tag übernimmt der Frischling bereits eine Wache.

Stefan ist vom Boot begeistert. Er fühlt sich viel sicherer, alles läuft ruhiger ab, weniger Arbeit. Leider fehlte es auch ihm an Wind. Das Boot kann mehr vertragen und liegt dann auch ruhiger in den Wellen. So probiert er den Ballooner am Besanmast und auch den Spinnakerbaum für das Vorsegel aus. Eine gute Übung!

Am 3. Tag, nach zweiundsechzig Stunden, laufen wir in der Bucht von Cedeira in Spanien ein. Auf wundersame Weise gesunde ich sofort, kann sogar die Einfahrt wie gewohnt an Deck genießen und Fotos machen. Maxe hat seinen Studienplatz in Rostock bekommen und so gibt es Abendessen mit Champagner aus Frankreich mit Sonnenuntergang. Einen Tag später bauen Maxe und Stefan das Dingi auf und wir schlecken Eis in Cedeira.







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