Montag, 29. Juli 2019

4 Wochen in La Rochelle

Ich kann es gar nicht fassen, wie schnell diese vier Wochen hier vergingen!

Sofort nach Ankunft beginnen die Reparaturarbeiten. So vieles sollte im Juni, während wir in Deutschland Urlaub machen, passieren. Der Geschirrspüler wurde zum Beispiel nicht repariert. Nicht dass ich ihn benötigen würde, aber er ist nun mal da und Stefan repariert ihn gleich am ersten Tag.

Dann nimmt er sich den verdreckten Wassertank vor und versucht alle Zugänge zu finden. Erfolglos! Die Jungs von Amel wollen vor Feierabend vorbei kommen und so lässt Stefan die bereits geöffneten Bodenklappen offen. Ich steige unzählige Male drüber. Während ich das Abendesse koche dann nicht mehr und trete in eine dicke lange Schraube. Eine ordentliche Blutspende blubbert in die Bilge. Was für eine Dummheit und so unnötig! Mein Fuß benötigt danach 3 Wochen, bis ich ihn wieder benutzen und mein Stubenarrest aufgehoben werden kann. Die Jungs von Amel kamen natürlich nicht. Sie haben uns wohl vergessen. Immerhin hat sich die Wunde nicht entzündet und ich konnte sie selbst kurieren.

Ines und Georg besuchten uns und erlebten unsere erste Probefahrt und Stefans Fahrstunde bei Olivier mit. Anne und Daniel kommen ein paar Tage später vorbei und Maxe zieht kurz entschlossen ohne Rückfahrkarte mit aufs Boot. Er schaut mal, wie es ihm gefällt und will vielleicht sogar bis September bleiben. Welche Freude für uns!

Die Sonne lacht, manchmal ist es sogar zu heiß. Es wird viel repariert. Frederik, unser Elektriker, ist regelmäßig an Bord und vollbringt wahre Wunder. Das Winterzelt wird gebracht und angepasst und wir werden es in der letzten Woche auch benötigen, wenn es mal regnet und die Temperaturen wieder   auf verträgliche 20 Grad sinken. Stefan findet jeden Tag etwas zum Reparieren oder ergänzen. Die Registrierungsunterlagen aus Deutschland lassen jedoch weiterhin auf sich warten. Fahren wir ohne MMSI, ohne programmierte Ortungsgeräte? Das wäre im Notfall gar nicht gut. Nach sage und schreibe mehr als 8 Wochen Bearbeitungzeit kommen die Papiere inklusive der so wichtigen Nummern endlich per Email. Die Originale lassen wir uns nach Lissabon schicken, denn wir wollen nicht auch noch auf die Post warten. Fachmann Julian programmierte dann innerhalb eines Tages unsere Geräte. Was für eine Leistung!

Wir gönnen uns aber auch ein paar Tagestouren in diesem lagunenartigen Segelrevier zwischen den Inseln vor La Rochelle, ankern in den Buchten, baden und genießen das Segelsetzen und -reffen. Wie leicht und bequem das im Vergleich zu unserem sportlichen Katamaran doch ist. Das macht uns für kommende Fahrten optimistisch. Zum ersten Mal koche ich Anchovis und Oktopus. Natürlich erkunden wir die schöne alte Stadt inklusive ihrer Geschichte und einiger Museen. Ich beende endlich mein Lissabonbuch und Stefan lektoriert es gerade.

Wenn alles gut geht, starten wir am Mittwoch, den 31. Juli 2019 und benötigen dann wohl drei Tage und zwei Nächte, um die Biskaya zu überqueren und La Coruna zu erreichen. Das Wetterfenster ist nicht optimal, aber ein Sturm sollte uns nicht erwischen. Nun wird es auch Zeit, wir wollen endlich los!























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