Von Port Saint Louis bei Marseille, müssen wir mit unserem ganzen Kram nach La Rochelle, an die Biskaya zurück.
Wie viel haben wir eigentlich? Sicherheitshalber wollen wir ein größeres Auto mieten.
Bereits zwei Wochen vorher recherchierte Stefan entsprechend und reservierte rechtzeitig einen größeren Van. Vier Tage vor unserem geplanten Umzug wird die Reservierung nicht bestätigt.
Was nun? Wie bereits vor Tagen, kann Stefan mit deutschen und englischen Suchbegriffen keine französischen Vermieter für Kleintransporter finden und sucht nun zwei Autos mit einem etwas größeren Kofferraum aus. So müssen wir beide fahren, haben aber mehr Platz für unser ganzes Zeug.
Als mir Stefan ähnliche Fahrzeuge in der Realität zeigt, kann ich nicht weiter packen. Der nun verfügbare Stauraum wird niemals reichen. "Ach, das schaffst du schon!" meint mein lieber Mann ganz zuversichtlich. "Du bekommst doch immer alles rein."
Nach einer schlaflosen Nacht, muss ich seinen Optimismus vertreiben. So wird das nichts und zweimal fahren ist auch keine Lösung.
Noch zwei Tage bis zum Umzug!
Nun komme ich auch auf das Naheliegende. Der Mann meiner besten Freundin ist doch Franzose, vielleicht kann er uns helfen. Ich sende sofort eine Not-SMS an Anne. Es ist Sonntag und sie schläft wahrscheinlich noch. Mein schlechtes Gewissen regt sich und wer weiß, ob sie die Nachricht überhaupt liest.
Bei der nächsten Yogaübung fällt mir ein: "Belinda kann doch auch französisch!" Die nächste NOT-SMS wird nach Landshut geschickt. Sofort meldet sich unsere Tochter zurück und recherchiert.
Anne ruft auch zurück und nach einem Gespräch mit Daniel setzt auch er sich sofort an den Computer.
Das hätte uns ja auch mal eher einfallen können!
Eine Stunde später haben wir zwei Links, können nun deutlich günstiger mieten und sogar einen Kleintransporter mit 12 cbm. "Das reicht!" Unser Umzug ist gerettet. Die Limousinen können wir stornieren. Zwar muss Stefan das Auto in Montpellier abholen und am Ende in Nantes abgeben, aber das ist zu machen.
Wir räumen das Boot aus und den Kleinlaster ein, putzen uns einen ganzen Tag die Finger wund und hinterlassen einen blinkenden, fast neu anmutenden, dreizehnjährigen Katamaran. Der Makler ist begeistert und wir hoffen auf einen möglichst zügigen Verkauf.
Gegen 16 Uhr kommen wir endlich los und werden anderthalb Tage abseits der teuren Mautstraßen durch Frankreich fahren, durch wunderschöne Flusstäler mit alten Höhlen in Sandsteinfelsen kommen, langweilige, scheinbar nicht enden wollende, Landstraßen, die sich zwischen endlosen Feldern schlängeln, fahren, um am Ende sogar eine kostenlose Autobahn benutzen zu dürfen und um 18 Uhr in der Marina, direkt an unserem Steg einen Parkplatz bekommen.
Das Ausladen verteilen wir auf zwei Tage. Wieder putzen wir, sortieren aus und räumen ein. Bestes Sommerwetter macht uns die Sache leichter und zur Belohnung gehen wir im Amaranthe lecker französisch essen.




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