Noch nie waren wir während unserer Reise so lange in einer Region. Nun gut, die Bahamas bestehen uns unzähligen Inseln und es soll Leute geben, die sich über die Anzahl streiten. Obwohl wir hier Lebensmittel zum dreifachen Preis einkaufen, haben wir noch nie so billig gelebt. Keine Restaurants, kein Mietwagen und immer vor Anker liegend, geben wir ansonsten kaum Geld aus. Inseln aus alten Korallenbänken, Sandstrände, Schnorchel- und Kitebuchten, schwimmende Schweine, von Mangroven umwachsene Flüsse, glasklares Wasser mit bunten Fischen, Krabben, Schildkröten, Rochen und Haien bieten genügend Abwechslung. Dieses Paradies ist definitiv eine längere Reise wert und eignet sich ebenso für den Kurzurlaub. Insbesondere in diesen Coronazeiten sind die vielen hundert Inseln ein hervorragender Zufluchtsort, wenn man sich nicht andauern diese furchtbar langen Wattestäbchen in Hals und Nase stecken lassen will.
Genau drei ! Monate verbringen wir allein in den Exumas. Aber in den letzten vier Wochen ist es hier voll geworden. Amerikaner und Kanadier nutzen die Bahamas und insbesondere die Exumas-Platte als Naherholungsgebiet. Motorboote, Trawler genannt, tummeln sich hier ebenso wie Segelboote. Nach einem Abschied mit Lagerfeuer segeln wir nach Eleuthera rüber. Sie ist eine der größeren Inseln der Bahamas und soll sich mit rosa Sandstränden präsentieren. Die müssen wir jedoch erst einmal finden. Ganz im Süden besuchen wir Rock Sound, einen kleinen Ort ohne die begehrten Strände. Deshalb auch der Name. Insbesondere bei Niedrigwasser, geben die Wellen unter den ausgespülten Küstenkanten ein eindrucksvolles Konzert ab. Unerwartet finden wir hier eine ganz besondere Sehenswürdigkeit. Die Cathedral Cave erinnert an Gaudis Sagrada Familia. Licht flutet durch natürliche, runde Öffnungen in die sakrale Höhle. In den hohen geschlossenen Spitzen wohnen unzählige kleine, puschelige Fledermäuse. Bäume wachsen oben drauf und strecken ihre Wurzeln durch den etwa zehn bis zwölf Meter hohen Hohlraum bis zum Grund und bilden zarte, natürliche Säulen. Das muss man gesehen haben!
Nein, wir hängen nicht fest. Auch wenn man es hier ohne Probleme noch viel länger aushalten kann, wird unsere Reise weiter gehen. Spätestens Ende Mai müssen wir uns dünne machen, denn die nächsten Tropenstürme werden unterwegs sein. Nachdem die, bereits im Januar gebuchten, Flüge von Panama nach Deutschland gestrichen wurden, haben wir unsere Pläne noch einmal neu durchdacht, alle Argumente abgewogen, die aktuelle Covid-Situation in Deutschland und anderswo einbezogen, um in diesen Zeiten, mit den sich ständig ändernden Einreisebedingungen, eine möglichst vernünftige Entscheidung treffen zu können. Wir werden eine zusätzliche Atlantikrunde einlegen. Zum Einen brauchen wir im Pazifik noch nicht aufschlagen, da dort immer noch alle Grenzen geschlossen sind. Zum Anderen habe ich Sehnsucht nach meinem Rudel. Ich will meine Familie mal wieder umarmen. Bereits im letzten Jahr mussten wir die Deutschlandreise ganz kurzfristig absagen. Seit über einem Jahr kommt uns niemand besuchen. Also werden wir im Mai das dreiwöchige Crossing über den Atlantik auf uns nehmen, um die Azoren zu erreichen. Vielleicht können wir von dort aus fliegen oder später von den Kanaren. Zur Zeit steppt ja wieder der Bär in unserem Heimatland. Sie nennen es die dritte Welle und sprechen von aggressiven Mutationen. Da kann man nur hoffen, dass sich das Ganze bald wieder beruhigt.
Inzwischen genießen wir bis Ende April die Bahamas und bereiten uns seelisch, moralisch, körperlich sowie technisch auf unsere zweite Atlantiküberquerung vor. Sie wird noch länger dauern als unsere erste, denn Bermuda lassen wir aufgrund der Covid-Einreisebestimmungen aus.
Video: Segeln in den Bahamas
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| Abschied von den Exumas |
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| kein Abschiedskuss |
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| Cathedral Cave alla Gaudi (oder umgekehrt) |
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| Cathedral Cave mit Maßstab |
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| Cathedral Cave mit Fledermäusen (die kleinen schwarzen Punkte) |







































