Deshalb bekommt dieser Ort in den Exumas einen eigenen Post. Die ersten Tage ankern wir an einer tieferen Stelle direkt vor dem Ort. Um dort hinzugelangen, muss man zur Flut ankommen und sehr vorsichtig fahren, denn rundherum ist es flach, sehr flach. Dafür liegen wir dann sehr geschützt zwischen Sandbänken und Koralleninseln. Es sind so viele, dass ich sie nicht gezählt habe. Was für eine Kulisse, erst recht, wenn die auf- oder untergehende Sonne unsere Umgebung in romantisches Orangerot färbt. Zu den Supermärkten im Ort und den Sehenswürdigkeiten im Wasser ist es auch nicht weit.
Auch wenn es auf den Bahamas sehr teuer ist, wird jeder Einkauf zu einem Erlebnis. Der Preis hat nicht mehr die Priorität. Die alles entscheiden Frage ist, ob du überhaupt etwas bekommst. Ich brauche auch keinen Einkaufszettel, denn wir nehmen - von dem sehr begrenzten Angebot - alles, was uns zusagt. Unser Ankerplatz liegt strategisch so gut, dass wir die Postboote ein- und auslaufen sehen. Am Sonntag kamen gleich drei und deshalb wird am Montag eingekauft. 150 Dollar bezahlen wir. Dafür wandern Tomaten, Gurken, Brokkoli, Möhren, ein paar Kartoffeln und sogar sechs kleine Avocados in unseren Beutel. Außerdem nehmen wir die letzten zwei Becher Joghurt und Sourcreme, für je acht Dollar, mit. Erst haben wir noch ein schlechtes Gewissen, aber dann wird uns bewusst, dass wir für das Einkaufsmanagement der Supermärkte nicht verantwortlich sind. Diese müssen sich wohl erst wieder an die Yachtis gewöhnen, die gern an Bord kochen.
Ein Höhepunkt ist zweifelsohne die Thunderballgrotte aus dem gleichnamigen James Bond Film. So viele Fische tummeln sich in diesem geschützten Hohlraum einer Koralleninsel. Der Lichteinfall durch die großen, höhlenartigen Öffnungen unter Wasser ist einmalig. Klar werden die Fische hier gefüttert, aber wir sind zwei Mal dort und immer allein, dank Corona und ein wenig Glück. Wir schnorcheln um ein gesunkenes Flugzeug und Auto herum, sehen Feuerfische und bunte Kaiserfische, Schildkröten, Rochen und bis zu 2,50 Meter lange Haie, Ammenhaie. Die sind auch gefährlich, aber in der Regel friedlich. Das Beste daran ist, dass ich meine unerklärliche Haiphobie, die mich seit meiner Kindheit gepackt hat, verliere. Ein tolles Gefühl, nicht mehr, nur bei dem Gedanken an einen Hai, im Wasser gleich panisch zu werden.
Dann ankern wir um und legen uns, geschützt vor dem aufkommenden Wind, in das Ankerfeld vor dem legendären „Pig Beach“. Hier leben die berühmten Bahamasschweine. Diese schwimmenden Vierbeiner will ich schon lange mal persönlich begegnen. Tage vorher sammle ich bereits Gemüseabfälle und horte sie gut verpackt im kalten Kühlschrank. Unser Besuch wird zum Erlebnis, aber wie bei Haien, die Blut schnuppern, sind diese Schweine unberechenbar, wenn sie Futter sehen. Vorsichtig tasten wir uns ran und mehrmals suche ich schützende Deckung hinter dem Dingi. An Land traue ich mich nur ohne Futter. Diese Viecher haben Zähne und benutzen sie auch! Dann will ein kleiner Keiler sogar in unser Schlauchboot, vielleicht gibt es ja noch etwas unterm Ladentisch. Was für ein Schreck! Schnell suchen wir im tieferen Wasser Schutz. Wenn sie schwimmen, können die hungrigen Kerle nicht springen.
Nach einer Woche erst geht es weiter nach Norden. Eine Entscheidung ist gefallen. Den Rückweg nehmen wir nicht über die weiter östlich gelegene Inselkette sondern auf gleichem Weg durch die Exumas. Einige Plätze wollen wir einfach noch einmal sehen.
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| Licht und Schatten |
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| Nixe spielt mit Sergeanten |
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| Wracks ohne auslaufendes Öl sind Fisch- und Korallenparadiese |
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| Schattenspiele |
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Stachelrochen auf Futtersuche |
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| Huch ... ! |
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| Romantischer geht es kaum - Der Dank für das Bild geht an Ute! |
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| Künstlicher Sternenhimmel |