Montag, 22. Juli 2024

Alles hat ein Ende… Abschied von unserer Lady Charlyette

Wir haben nun mehr als fünf Jahre auf unserer Lady gelebt. Sie hat uns über zwei Ozeane gebracht. Wir haben uns immer sicher gefühlt, auch wenn es aufgrund von Wind und Wellen oft ziemlich bewegt zuging. Wir haben es geliebt, das Leben am Wasser, mit bunten Fischen, Schildkröten, Haien und Mantas im Vorgarten. Auf diese Art die Welt zu entdecken, war für zwei Wasserratten genau das Richtige. Die langen Passagen über die unendlichen Weiten des Meeres sind jedoch nicht so unser Ding. Es ist langweilig oder anstrengend. Nun sind wir auf der anderen Seite der Erdkugel angekommen, mit einem Katamaran aus der Ostsee bis ins Mittelmeer gesegelt und dann auf die Amel umgestiegen, um drei Mal den Atlantik zu überqueren, den Covid-Lockdown als Segler und Reisende zu erleben. Wir haben den Panama-Kanal genutzt, um den Pazifik zu erreichen und sind dann vier Wochen ohne Land in Sicht unterwegs gewesen, um Polynesien zu erreichen. Zwischendurch erlebten wir so viele wundervolle Landschaften, lernten ein Stück unserer so vielfältigen Erde kennen, staunten über die Kunstwerke von Mutter Natur, kamen den Tieren über und unter Wasser näher als je zuvor, beobachten andere Lebensweisen der Menschen und ihre Kulturen.


Wir haben uns definitiv verändert in den sieben Jahren unserer Segelreise. All unsere Erlebnisse führen unter anderem zu neuen Einsichten, zu mehr Toleranz und Gelassenheit. Mit dem Verkauf der Lady werden wir nicht aufhören die Welt zu entdecken. Aber so schön der Pazifik und Polynesien auch sind. Sie sind viel zu weit von unseren Lieben entfernt. Die zweite Hälfte der Erdkugel lässt sich nicht so leicht segeln, wie die erste. Wir haben die langen und anstrengenden Passagen satt und wollen es ruhiger angehen lassen. Stefan braucht eine Reparierpause. Es war eine großartige Zeit und wir sind so unglaublich dankbar, dass wir sie erleben durften, gesund geblieben sind und unsere Lady nun wieder in guten Händen ist. Wir kehren zurück nach Europa und werden diesen Kontinent entdecken. Werden hoffentlich öfter unsere Rudelmitglieder sehen, weil wir nicht so entsetzlich weit weg sind. Werden unser erstes Enkelkind erwarten und an dem Leben unserer Kinder wieder mehr teilhaben. Wir freuen uns darauf und können es kaum erwarten.


Käufer für das Boot fanden wir bereits vor unserer Neuseelandreise. In der Zeit bis zur Übergabe genießen wir noch einmal Tahitis und Mooreas Buchten, erleben das Anzünden der Olympiafackel am Pointe de Venus und die Ruder- und Segelregatten der traditionellen Piroguen. Wir tauchen noch einmal tief ins Heivafestival ein. Ich gehe wieder tanzen und helfe beim Herstellen der Blätterkostüme. Wir machen weiterhin Seglerbekanntschaften und treffen alte. Ich nähe mir Kleider aus den farbenintensiven Blütenstoffen der Tahitianer und große Taschen aus dem alten Gennaker und Segelsäcken. Die Zeit vergeht schnell. Statt wie geplant im August, übergeben wir unsere blitzblanke Lady bereits im Juli an den neuen Eigner. 


Logistisch ist ein Umzug um die halbe Welt nicht ganz so einfach. Anfangs dachten wir noch, dass wir einen kleinen Container oder einen Teil davon mieten und ihn übers Meer nach Hause fahren lassen können. Das ist aber so teuer, dass es den Wert unseres Hausstandes bei weitem übersteigt. Mit Air France dürfen wir insgesamt zehn Aufgabekoffer pro Person mitnehmen, inklusive Sportgepäck und Fahrräder. Nie dachten wir, dass wir das Angebot ausschöpfen würden. Aber wir haben ja alles mitgenommen, als wir unsere Zelte in Rostock abbauten. Also sortieren wir aus, verschenken, verkaufen, lassen einen großen Teil an Bord und haben trotzdem noch viel zu viel. Also wird noch einmal aussortiert. Mir fällt die Trennung von unseren Dingen schwerer als Stefan. Ich bin nicht gut im Wegwerfen. Darum trage ich wahrscheinlich auch Kleider, die mehr als zwanzig Jahre alt sind. Seitdem wir gesehen haben, wie viel Müll im Meer herum schwimmt und an den Stränden liegt, fällt uns das Wegwerfen zusätzlich schwer. Bis zum Schluss wird gewogen und aussortiert. Auch wenn es letztendlich ziemlich teuer wird, sind wir froh, dass man so viele Koffer mitnehmen darf. Bevor wir mit all dem Gepäck nach Frankreich fliegen, wird es eingelagert. Wir werden uns sechs Wochen einige Ecken Australiens anschauen. Auch von Tahiti ist es weit, aber deutlich näher als von Deutschland.


Videos:

Werft:  https://youtu.be/R0TultMnkPU und https://youtu.be/qC_kxqE1mms

Heiva der Schulen: https://youtu.be/idb8OX6LMWw

Ringen: https://youtu.be/MxlvGOdafic

Olympisches Feuer: https://youtu.be/fcJvHJLNvWU


Ein paar Reparaturen müssen noch gemacht werden.

Pointe de Venus - Tahiti

ein Buckelwal-Kuscheltier für unser Enkelkind

Tahitikleider selbstgenäht

Vorbereitung Heiva der Schulen

Meine Tanzschule ist dabei.

Heiva - Früchtelauf

Orangenfest

Heiva - Palmenkletterer

Heiva - Ringer

Olympiafeuer am Pointe de Venus

Abschied von der Kiteausrüstung

Flohmarkt - verschenken, verkaufen, nicht wegwerfen

sortieren, ordnen, packen

wiegen - max. 23 Kilogramm

Taschen aus alten Segeln, das Problem ist das Gewicht

Lagern - 19 Gepäckstücke

Abschied von der Lady mit der neuen Crew


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