Bereits Ende Februar reservierten wir eine Woche in der Marina auf Bonaire für den Juni. Sie ist die östlichste der ABC-Inseln, nördlich der venezolanischen Küste. Weil Hurrikan das südliche karibische Meer meidet, suchen hier viele Segler im Sommer Schutz. Unser Plan, nach den ersten Tagen für drei Wochen an einer Muring zu liegen, weil dies viel angenehmer ist als am Steg, geht leider nicht auf. Bereits bei der Ankunft wird offensichtlich, dass alle Plätze besetzt sind. Es gibt keine Anmeldelisten. Wer zuerst die Boje erreicht, hat den Platz. Natürlich verlassen regelmäßig Boote die Insel. Schnell stellt sich heraus, dass die begehrten Muringbojen schon im Vorfeld unter der Hand weitergegeben werden. Die Hälfte der Steglieger will eine ergattern, um länger bleiben zu können. Die anderen waren schlau genug, für die gesamte Zeit zu reservieren. Auch die Marina ist ausgebucht, sodass eine Verlängerung sehr unwahrscheinlich wird. Also bleibt uns nichts weiter übrig, als die Insel in einer Woche zu erkunden. Es wird das absolute Kontrastprogramm zu den drei entspannten Monaten in den BVIs.
So stecken wir von Anfang an im Reisestress wie lange nicht mehr. Natürlich geht es nicht sofort los. Das Einklarieren bedarf einer mittleren Wanderung durch die Hauptstadt. Nach einem Crossing muss die Lady gespült werden. Einige Waschmaschinenladungen laufen nebenbei. Bonaire ist zu groß für die Fahrräder. Deshalb brauchen wir einen Mietwagen. Der muss für den Nationalpark zugelassen sein. Unsere erste Reservierung platzt. Der zweite, deutlich kostenintensivere Wagen steht dann erst am Dienstag für uns bereit. Es lohnt sich. Bonaire ist wirklich schön. Den flachen Süden füllen Salinen aus, welche auch von Flamingos und anderen Seevögeln genutzt werden. Auf der Luvseite toben sich Windsurfer aus, in Lee Kitesurfer. Auch wir haben unser Material dabei. Inzwischen hat der beliebte Zehner vier geklebte Ventile. Beim Aufpumpen lässt das fünfte und letzte Luft. Stefan probiert zwar noch den Vierzehner, aber der ist eindeutig zu groß. Immerhin bläst es mit konstanten 20 Knoten.
Also bleibt es beim Baden und Schnorcheln. Bonaire ist das Tauchparadies in der Karibik und auch Schnorchler kommen auf ihre Kosten. Mit dem Dingi haben wir bereits eine Ecke von Klein Bonaire entdeckt. Die üppige Korallenlandschaft lebt und bietet unzähligen Fischen ein Zuhause. Obwohl es die üblichen Vertreter sind, beeindrucken sie allein durch ihre Anzahl. Zwei Tage bleiben dem Nationalpark vorbehalten. Er nimmt den gesamten Norden ein. Im Einbahnstraßensystem erkundet der Tourist die Landschaft im Wagen über löchrige, schmutzige Sandpisten und wird den ganzen Tag durchgerüttelt. Es lohnt sich. Die schroffe Küste in Luv erinnert an El Hierro. In Lee leuchtet das flache Wasser türkis wie in den Bahamas. Dort befindet sich der Schnorchelspot. Die Korallenlandschaft ist fast tot. Entsprechend wenige Fische sind zu sehen. Papageienfische fühlen sich hier jedoch wohl und werden aufgrund des Schutzes riesengroß. Einer schafft wohl einen Meter vom Maul bis zur Schwanzflosse. Ich höre laut und deutlich das Knarpsen jedes seiner Bisse an den Korallenskeletten. Seine Färbung unterscheidet sich deutlich von den kleineren Exemplaren. Er ist je zur Hälfte blau und gold. Mich erinnert dieser stattliche Fisch an das Märchen vom Fischer und seiner Frau. Wenn das geldschenkende Tier ein Vorbild hat, dann dieses hier.
Die Landschaft von Bonaire erinnert uns immer wieder an die weiten Steppen Afrikas. Flache dünne Bäume mit ausladenden Kronen bedecken die Ebenen und überall wachsen diese säulenförmigen Kakteen hoch hinaus. Aus ihnen wird der berühmte Kaktuslikör gebraut, den wir natürlich auch kosten. Außerdem bieten sie sich als sehr wirkungsvolle Grundstücksabgrenzungen an. Auf Bonaire fliegen überall Loris und Sittiche herum. Flamingos stehen in wohl allen flachen Gewässern. Reiher, Möwen, Seeschwalben bevölkern die Insel ebenso wie unzählige Singvögel. Ich genieße das Gezwitscher im Hintergrund. Es fehlt mir auf dem Wasser. Ein besonderes Highlight ist der Warawara, ein großer Falke mit schwarzer Mütze auf dem weißen Kopf. Sein überdimensionaler Raubvogelschnabel leuchtet je zur Hälfte blau und orange. Ein wunderschönes Tier! An einem Tümpel finden sich mindestens zehn Exemplare zum Trinken ein. Auch Jungvögel unterschiedlichen Alters sind dabei. Mir geht das Herz auf und ich bin sofort im Afrikasafarimodus.
Gern wären wir länger geblieben, aber es lässt sich nur ein Tag Verlängerung herausschlagen. Die Abende sind gesellig gefüllt mit neuen Seglerbekanntschaften. Allein vier weitere Amels liegen hier, alle mit deutschsprachiger Crew. Die Wild Thing treffen wir wieder und die niederländische Chiara. Es bleibt kaum Luft zum Luft holen. Aber was soll’s. Man muss die Feste feiern wie sie fallen. Ausruhen kommt danach.
Infos für Segler:
- von Juni bis Oktober unbedingt frühzeitig reservieren
- komplettes Ankerverbot auf der Insel
- Muringbojen sind nur mit Glück, Vitamin B oder unfairen Mitteln zu ergattern
- Marina erscheint unorganisiert, kassiert für Muringbojen, teilweise sogar doppelt, kümmert sich jedoch nicht
- Einklarierung 2,5 Kilometer von Marina entfernt, schöne Wanderung am Pier möglich
- Supermärkte weit von Küste entfernt, aber sehr gut bestückt
- kostenloser Taxiservice zum Supermarkt Dienstag und Freitag 17 Uhr von Pier und Marina
- Aufgrund der Situation muss man ungeachtet der Wetterlage weiter segeln, gut dass Curaçao und Aruba nicht weit sind
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| echte Post von meinem Schwesterherz 🥰 |
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| Bonaire ist das Tauchparadies der Karibik. |
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| Naturzäune, ökologisch und wehrhaft |
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| ehemalige Sklavensiedlung der Salzbarone |
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| Es sind fast Hundehütten. |
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| Salzberge zwischen Salinen |
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| überpowert springen, sieht zwar cool aus, fühlt sich aber nicht gut an |
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| Getrunken wird auf der ganzen Welt. Hier ein Sprachkurs 😉 |
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| Kaktuslikör- und Rum-Distellerie |
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| Die Ergebnisse dürfen wir testen. |
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| Bonaire's Landschaft erinnert an Afrika. |
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| Die Farben sind unbearbeitet! |
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In die Halbmondpools traue ich mich nicht rein. Sie sind wahre Wellenbrecher. |
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| Ehemalige Saline mutiert mit der Zeit zum Naturparadies. |
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| In Rincon findet man noch einige traditionelle Wohnhäuser. |
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| wenn Wasserratte und Flachlandtiroler einen Berg besteigen... |
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| stolze Gipfelstürmer |
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| türkis wie die flachen Buchten der Insel |
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| urig, saurig, gepanzert und wunderschön |
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Seit es Autos gibt und die Lasttiere nicht mehr gebraucht werden, leben sie wild auf der Insel. |
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Die Rehe von Bonaire, hier ein hübscher Bock.
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| Siesta |
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| danach erst einmal strecken |
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Lori oder auch Gelbschulterpapagei Wo sind die gelben Schultern? |
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| Prikichi oder auch Karibischer Sittich |
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| So nah lassen mich die Reiher selten ran. |
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| Oriole, Troupical oder fliegende Mandarine |
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Warawara, Carribean Caracara bis 60 cm groß, Spannweite bis 132 cm |
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