Tatsächlich sollen es sogar 105 gewesen sein. Marie Galante liegt etwas abseits der üblichen Route, da der Segler in der Regel gegen den Wind kreuzen muss, um sie zu erreichen. Für uns lohnt sich der Aufwand. Wir schlagen den Kurs bereits nördlich von Dominica ein und so genügt ein Schlag hart am Wind. Nach langer Zeit werden unsere Bergziegen aufgeweckt und aus dem Stall geholt. Wir genießen das Radeln durch Zuckerrohrfelder und verträumte Orte. Einige Windmühlen passieren wir auch. Den meisten fehlen Flügel und Dach, manchen hat die Natur eine Frisur wachsen lassen. Da die Insel nicht nur rund, sondern auch flach wie ein Eierkuchen ist, bietet sie sich für den Ackerbau geradezu an. Heute erleben wir ein ruhiges Eiland mit wenigen Touristen, wundervollen Stränden, freundlichen Menschen und gepflegten Ortschaften. Das ist nicht einmal für die französischen Antillen selbstverständlich und fällt positiv auf.
Die Reise zum Westflügel von Guadeloupe und an der Küste entlang bis zur nördlichsten Bucht ist bereits ein Abschied nehmen. Die Hauptstadt Basse-Terre präsentiert sich verwahrlost und wenig einladend. In Bouillante fließt ein heißer schwefeliger Fluss ins Meer. Er scheint direkt von den schlummernden Vulkanen aus dem Erdinneren zu kommen. Die Büste von Jacque Cousteau, 10 Meter tief auf dem Meeresgrund, und all seine Fischschwärme rund herum besuchen wir nach zwei Jahren noch einmal. Nach drei französischen Monaten landen wir nach fast genau zwei Jahren erneut in Deshaies. Hier wollten wir am 16. März 2020 ausklarieren, um weiter nach Antigua zu segeln und das war dank des weltweiten Lockdowns nicht mehr möglich. Einen wirklich schönen Abschluss bietet uns der Besuch des Botanischen Gartens ganz in der Nähe. Und dann geht es tatsächlich weiter. Am 13. März 2022 verlassen wir Guadeloupe Richtung Norden. Wir segeln nicht nach Antigua, sondern an Montserrat (seit zwei Jahren immer noch komplett geschlossen), St. Kitts und Nevis, St. Eustatius und Saba vorbei zu den British Virgin Islands. 26 Stunden sind veranschlagt. Es werden etwas mehr, aber das erzähle ich dann im nächsten Post.
 |
Ich wundere mich, warum die Mühle auf einem Sockel steht und stelle mich für den Größenvergleich in einen Eingang. |
 |
| Habitation Roussel Trianon |
 |
Hier sitzen nicht die Schwalben auf den Drähten, sondern die Epiphyten (Aufsitzerpflanzen). |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen