Da sieht man einmal ganz deutlich, wie abhängig wir Segler vom Wetter sein können.
Natürlich hätten wir auch auf Gran Canaria bleiben, feiern und tanzen können, aber nach zwei Wochen auf der sehr interessanten Insel zieht es uns weiter. Die Technik hilft mit Wetterprognosen und Reisezeiten. Deshalb starten wir morgens um 5 Uhr!, um 4 Tage später vor dem Dunkelwerden den Anker werfen zu können. Lange vor Sonnenaufgang werden die Lichter der Südküste hinter uns kleiner. Von Anfang an segeln wir mit durchschnittlich 7 Knoten. Das ist gut und klappt auch nur, weil der Wind schräg von hinten mit 17 bis 20 Knoten weht. Sobald er mehr von achtern kommt, werden wir deutlich langsamer. Stefan versucht das mit Kurskorrekturen zu kompensieren und das klappt ganz gut. Am 3. Tag setzen wir dann den Ballooner, weil die Windstärke auf durchschnittlich 14 Knoten sinkt. So kann die Lady ihr Tempo und unseren Zeitplan einhalten. Am 4. Tag fällt kurz vor dem Dunkelwerden, um 18 Uhr Ortszeit, der Anker in der Bucht vor Palmeira, an der Westküste von Sal, der nördlichsten der Cap Verdischen Inseln.
Natürlich hätten wir auch auf Gran Canaria bleiben, feiern und tanzen können, aber nach zwei Wochen auf der sehr interessanten Insel zieht es uns weiter. Die Technik hilft mit Wetterprognosen und Reisezeiten. Deshalb starten wir morgens um 5 Uhr!, um 4 Tage später vor dem Dunkelwerden den Anker werfen zu können. Lange vor Sonnenaufgang werden die Lichter der Südküste hinter uns kleiner. Von Anfang an segeln wir mit durchschnittlich 7 Knoten. Das ist gut und klappt auch nur, weil der Wind schräg von hinten mit 17 bis 20 Knoten weht. Sobald er mehr von achtern kommt, werden wir deutlich langsamer. Stefan versucht das mit Kurskorrekturen zu kompensieren und das klappt ganz gut. Am 3. Tag setzen wir dann den Ballooner, weil die Windstärke auf durchschnittlich 14 Knoten sinkt. So kann die Lady ihr Tempo und unseren Zeitplan einhalten. Am 4. Tag fällt kurz vor dem Dunkelwerden, um 18 Uhr Ortszeit, der Anker in der Bucht vor Palmeira, an der Westküste von Sal, der nördlichsten der Cap Verdischen Inseln.
Mir ging es insgesamt ganz gut. Biodramica mit Koffein halten mich wach und fit. Erst wenn mir mulmig wird, nehme ich eine neue. So sind es in den ersten zwei Tagen nur drei Tabletten. Ein ganz guter Schnitt. Aber ich muss ja unbedingt zum Jahreswechsel einen Sekt aufmachen. Zu Zweit unter dem Sternenhimmel, mitten auf wellenbewegter See, das hat doch was und ein Glas wird schon nicht schaden. Es wurde wirklich ein besonderer Jahreswechsel, ganz anders, kurz und so romantisch. Danach quäle ich mich durch die Nachtwache, die Känguruchroniken halten mich wach und lenken mich von der nächsten Tablette ab. Gar nicht gut! Morgens um fünf leere ich dann unter Qualen meinen Magen und brauche den ganzen ersten Tag des neuen Jahres, um wieder auch die Beine zu kommen. Vormittags eine Biodramica, was für ein Name, und abends eine Stugeron, damit ich die Nacht mal durchschlafe. Stefan will die ganze Wache übernehmen. Er hat lieber seine fröhliche Frau zurück, als die platte Flunder auf der Cockpitbank. Die letzten Tage geht es mir dann wieder gut und ich kann die Reise wieder mehr genießen.
Und wie ich es genieße. Täglich besuchen uns unterschiedlich große Gruppen Delfine. Wir sehen sie sofort, denn mit großen, langen und hohen Sprüngen nähern sich uns die fischförmigen Tiere. „Hey, da kommt die Lady Charlyette! Kommt und lasst uns ´ne Runde Spaß haben! Wer ist der erste?“ Allein und zu zweit springen die Delfine komplett aus dem Wasser, um möglichst weite Sprünge zu schaffen. Sie holen im Wasser so viel Schwung, dass die Schwanzflosse in der Luft noch eine Weile nachschwingt. Was für ein Schauspiel! Mein Herz hüpft in solchen Augenblicken, wird dann ganz weit und treibt mir Glückstränen in die Augen. Ich schnalle mir die Weste um und an die Sicherheitsleine an, denn ohne darf ich nicht raus und setze mich an den Bug. Immer wieder schlängeln und winden sich diese geschickten Schwimmer am Rumpf entlang nach vorn, um dort mit einem verwegenem Sprung vor dem Bug zu kreuzen. Was für ein Spaß! Ich spüre förmlich die Freude am Schwimmen und Springen, miteinander und allein. Da man die Tiere durch die Wasseroberfläche hindurch, trotz der Wellen, sehr gut sehen kann, beobachte ich, wie sie dabei miteinander spielen, sich fast berühren und überholen. Immer wieder mache ich mir Sorgen, dass sie sich an unseren beiden Ankern am Bug verletzen könnten, denn diese tauchen im Auf und Ab der Wellen fast ins Wasser ein. Aber der Delfin ist ein Schwarmtier, auch wenn man es eher Gruppe oder Schule nennt. Offensichtlich intuitiv kann er so dicht wie möglich schwimmen, ohne den Nachbarn oder unser Boot zu berühren. Die letzte große Gruppe bleibt wohl eine halbe Stunde und ich kann sie lange beobachten ohne satt zu werden. Die kleineren Tiere sind grau und glänzend, wie wir sie kennen. Die größeren jedoch haben eher einen braunen Rücken und an den Flanken Flecken wie Raubkatzen. Sie sind mehr als zwei Meter lang und haben einen sehr kräftigen Körper.
Am dritten Tag versuche ich es dann doch mit der Angel, obwohl wir mit unseren 7 Knoten nach Lehrbuch viel zu schnell unterwegs sind. Egal, man fängt nur einen Fisch, wenn die Leine auch im Wasser hängt. Zwei Stunden später rattert sie und kündigt lautstark den Fang an. Ich habe eine Goldmakrele gefangen und bisher nicht gewusst, was für ein wunderschöner Fisch das ist. Viel zu schade, um gefangen zu werden. Stefan nimmt unsere Fahrgeschwindigkeit hinunter, damit wir sie einholen können. Sie leuchtet tatsächlich goldgelb wie in einem Märchen. Das muss man mit eigenen Augen sehen, um es zu glauben. Dann werde ich professionell, muss meine Emotionen ausblenden, um dem Fisch es nicht schwerer als nötig zu machen und die Filets im Kühlschrank verschwinden zu lassen. Diese Goldmakrelen sind nicht nur wunderschön, sie schmecken auch sehr gut.
Nach 105 Stunden Fahrt durch den Atlantik ist unsere Lady nicht nur salzüberkrustet und klebrig, sondern auch sandig. Drei Tage weht der Ostwind uns den Saharastaub aufs Deck. Es ist so diesig, dass wir die Insel Sal erst spät und verschwommen sehen können. Bevor wir ankern, versuche ich den gröbsten Dreck von den Fenstern, der Reling, den Wanten und Seilen in Griffhöhe und einem Teil des Decks zu waschen. Alles ist einseitig hellbraun, wie die Wetterseite der Bäume grün oder herbei gewehter Schnee in weiß. Unsere Segel sind braun und bestimmt um so einiges schwerer. Schweren Herzens packen wir sie so dreckig wie sie sind ein. Nur ein ordentlicher Regen kann sie wieder säubern und der ist hier auf Cape Verde nicht zu erwarten.
Insgesamt geht es uns beiden gut. Auf unserer Überfahrt ist nichts kaputt gegangen. Meine Seekrankheit und das immer wieder aufkommende Sodbrennen konnte ich besiegen. Hier ist es deutlich wärmer, wenn auch die Sonne durch den Dunst kaum hindurch kommt. Das macht auch das Fotografieren schwierig. So gibt es heute eben mal mehr Text. Entschuldigt bitte die Überlänge, aber ich schreibe im Moment an keinem Buch, wollte dies gern mit euch teilen und freue mich über eure Kommentare (nicht mit Safaribrowser!).
| unser Balloner, gerade gesetzt und noch sauber |
![]() |
| unser Standpunkt zum Jahreswechsel |
![]() |
| unsere 1. Goldmakrele |
| unser Ziel |
| Sal, Cape Verde |
| Stefan hört die WhatsApp-Nachrichten ab. Vielen Dank für all die lieben Grüße! |


Was eine Freude, dass ihr wieder da seid :)
AntwortenLöschenSehr schöne Berichterstattung von euch! Ich wünsche euch auch hier nochmal ein frohes Neues. 😘
Auch von uns natürlich ein spannendes und gesundes neues Jahr.
AntwortenLöschenDie Gegend dort zwischen Kapverden und Senegal war früher auch ein Fischfanggebiet der DDR-Fischfangflotte. Und wenn ihnen die Nahrungsmittel ausgingen, haben Reedereischiffe die Versorgung übernommen. Jedenfalls haben wir dort in der "Nähe" mit der "Ehm Welk" Kartoffeln für frischen Fisch eingetauscht. Da gab es dann auch bei uns an Bord ein paar Tage lang Fisch..., ob da Goldmakrele dabei war, kann ich nicht mehr sagen. Ist doch schon zu lange her... Viel Spaß weiterhin!
2A2T
Ja, hier wächst nicht viel. Auf den Märkten gibt es wenig und die Waren im Supermarkt wurden alle aufwendig angeliefert. Aber es geht bergauf, die Leute erarbeiten sich auch hier etwas Wohlstand.
AntwortenLöschenNicht der beste Ort, um den Kühlschrank für die zwei Wochen Atlantiküberquerung zu füllen.
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