Dienstag, 19. November 2019

La Graciosa, die Anmutige der Kanaren

Nach 275 Seemeilen und 37 Stunden Rauschefahrt mit 6 bis 9 Knoten
werfen wir vor der Playa Francesa den Anker. 

Dank Stugeron machten mir selbst die 2 bis 3 Meter hohen Wellen nichts aus. Ganz lieben Dank an Andrea von der Monte, die mich mit diesen Tabletten ausstattete. Dafür verschlief ich den ersten Tag und die Nacht fast vollständig. Selbst die Wachen am Tag waren schwer mit offenen Augen durchzustehen. Aber immerhin war mir nicht schlecht und ich konnte essen. Das ist ja schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung. 
Dafür flog im Boot so Einiges durch die Gegend. Die Schlaufe von Stefans Bademantel rubbelte sich durch und wir fanden ihn unter dem Bett wieder.

Graciosa ist eine sandige Insel mit riesigen Maulwurfhaufen, die bis zum 266 Meter hoch sind. Gerade diese weichen Rundungen grenzen sie zu den harten eckigen Felsen der direkt daneben liegenden Insel Lanzarote ab. Das macht sie eindeutig weiblicher und damit wohl auch anmutiger, oder?! 
Die Hauptstadt ist ein Wüstendorf. Flache weiße Häuser drängen sich an einer Stelle in den gelben Dünen zusammen. Hier wurde ordentlich saniert und wird immer noch gebaut. Ein paar Bürgersteige gibt es auch schon, aber keine gepflasterten oder asphaltierten Straßen. Caleta del Sebo steckt komplett im Sand. 
Über Sandpisten geht es auch auf den nahegelegenen Montaña del Mojón. Wir wandern auf dem Vulkanrand einmal um zwei etwa 70 Meter tiefer liegende Krater, die offensichtlich einstmals landwirtschaftlich genutzt wurden. Was für eine Aussicht und was für ein Wind da oben! Dies ist wohl einer der wenigen Momente, dass ich mich über meine zusätzlichen Kilos freue. 

Wir bleiben sechs Nächte in der wunderschönen und ruhigen Ankerbucht vor der Playa Francesa, schnorcheln vom Boot aus, umrunden zu Fuß fast die gesamte Insel, bewundern die Küstenformationen, klettern leichtsinniger Weise aus den Montaña de Amarillo rauf, werden dort oben dann wirklich fast weggeweht und kommen fast nicht mehr runter, sammeln Schnecken, die ich abends zubereite und köstlich schmecken.

Ansonsten schreibe ich das Madeirabuch zu Ende. Nun liegt die Korrekturphase vor uns, denn Stefan hilft natürlich, möglichst viele Fehler auszumerzen. Den Rest schenke ich dann ganz großzügig den Lesern. Wir basteln auch an einigen Filmen, die ihr hoffentlich bald unter dem Videolink anschauen könnt. Unsere Badeausflüge halten sich jedoch in Grenzen. Der Atlantik ist hier viel kälter als auf Porto-Santo.

Am letzten Abend kommt die Monte mit Andrea und Gerhard in unsere Bucht, ankert direkt neben uns und wir verbringen einen wundervollen gemeinsamen Abend mit Bratkartoffeln, Chips und Rosé. Eine Woche haben wir uns nicht gesehen und es gibt so viel zu erzählen.

Auf gehts Richtung Süden
Land in Sicht. Graciosa und Lanzarote
Ohne Worte
Montaña Clara, Alegranza, Capuchinoberg auf Graciosa, Lanzarote und davor Gracias Hauptstadt: Caleta del Sebo
Blick vom Montaña del Mojón
Fantastische Küstenformation des Montaña de Amarillo
Das ist ungefähr die Mitte von Graciosa
Abfahrt Graciosa durch den El Rio @Andrea

3 Kommentare:

  1. Toll hast Du wieder alles geschildert. Ich wollte Dir eigentlich zum Geburtstag gratulieren. Whats app will nicht so, wie ich will. Also- herzliche Glückwünsche umd allzeit gutes Segeln ohne Seekrankheit. Alles Gute für Euch von Peter und Bärbel

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    1. Liebe Bärbel und lieber Peter, vielen Dank für euren lieben Kommentar. Darüber freue ich mich immer sehr, da man sieht, dass die Posts auch gelesen werden. Dann hat man auch Lust einen neuen zu schreiben. Habt ihr schon gesehen? Ich habe nun auch meine Bücher auf diesem Blog. Lasst es euch weiterhin gut gehen und liebe Grüße aus Lanzarote

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  2. Da muss ich glatt mal auf den Videolink klicken. Bin gleich wieder da!
    Ein sehr schöner Text übrigens!

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