Freitag, 22. November 2019

Arrieta auf Lanzarote - mal wieder Post und schlappe Hacken

Unser dreistündiger Kaffeesegeltörn von Graciosa nach Lanzarote war ein Genuss.

Mit fünf bis sieben Knoten rauschen wir ohne großes Geschaukel an der Nordküste Lanzarotes vorbei, um vor Arrieta zu ankern. Wir beobachten dabei die riesigen hellblautürkisen Brecher an der Küste, deren Schaumkämme wie feines graues Haar im Wind wehen.

Stefan muss einen wichtigen Brief zur Post bringen und wir finden sie auch schnell. Leider hat sie täglich nur von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Also gönnen wir uns ein leckeres Essen, auf einer Terrasse, direkt über den schäumenden Wellen auf schwarzem Lavagestein. Küstenreiher, Sichelstrandläufer und Steinwälzer suchen sich in den vielen Seewasserpfützen auch gerade etwas Leckeres zusammen. Ich probiere zum ersten Mal Barrakuda und kann ihn wirklich sehr empfehlen. Der Salzwasserhecht ist genauso lecker, wie sein Vetter in den Mecklenburger Seen.

Mein digitaler Reiseführer empfiehlt eine Wanderung von Haría nach Arrieta. Das bietet sich doch an. Sie soll leicht sein, dreieinhalb Stunden dauern und 15 Kilometer schaffen wir wohl auch. Der Bus bringt uns bereits vor neun zu unserem Ausgangspunkt. Vorher besuchen wir Punkt acht die Post und geben den wichtigen Brief als Eilpost ab. 

Wir schauen uns das wirklich sehenswerte kleine alte Bergdorf an und laufen los. Wir, gehen durch schwarze, geharkte und ummauerte Felder, die ohne Pflanzen wie Zengärten aussehen. Sogar die Feigenbäuche bekommen ihr eigenes sichelförmiges Mäuerchen. Wir finden zwei große einsame Lavahöhlen auf dem Weg zur Cueva de los Verdes und beobachten zwei Kletterer. Die grüne Höhle ist einen Kilometer lang und hat eindrucksvolle riesige Hohlräume, darf aber nur mit Führung besichtigt werden. Dort stoßen wir plötzlich auf etliche Aidareisebusse und ertrinken im Touristenstrom. Wir essen in einem von César Marique gestalteten Restaurant in der James del Agua, einer weiteren Lavahöhle mit Salzwassersee und winzigen blinden endemischen weißen Krebsen. Der Rückweg führt an der Küste entlang, so dass wir immer mal wieder spektakuläre Ritte der Wellensurfer beobachten können. Völlig fertig und kurz vor Sonnenuntergang kommen wir in Arietta wieder an. Warum brauchen wir eigentlich immer mindestens die doppelte Zeit? 

Trotz dessen, was für ein schöner Ausflug! Nun brauchen die schlappen Hacken von der Lady Charlyette erst mal wieder ein paar Tage Pause. Morgen bringen uns die Segel ganz bequem nach Arrecife in die Marina, die wir für eine Woche bereits vor etlichen Tagen reserviert haben.

Kaffeesegeln im El Río zwischen La Graciosa und Lanzarote

Die Fähre sorgt sich nicht um die großen Brecher

Surfer vor Arrieta

Wanderweg von María nach Arrieta

Haría

namenlose Lavahöhle

die andere namenlose Lavahöhle

Cueva de los Verdes

Jameos del Agua

Fleisch im Restaurant von César Manrique

ausgebaute Lavahöhle 

Segeln und Surfen vor Lanzarote

1 Kommentar: