Warum segelt man Wochen, Monate und Jahre auf die andere Seite der Welt, um dann zurück zu fliegen? Weil wir unsere Familie nicht mitgenommen haben und Stefans Vater seinen 80. Geburtstag feiert. Nach vielem Hin-und Her entschließen wir uns, diesen Flug auf uns zu nehmen. So alt muss man erst einmal werden und man weiß nie was kommt. Also planen wir einen Heimatbesuch vom anderen Ende der Welt. Ein Fahrstuhl durch den Erdkern wäre toll oder die Möglichkeit des Beamens. All das gibt es jedoch bisher nur in Phantasiegeschichten. In der Realität heißt es fliegen, von Papeete auf Tahiti über Los Angeles zum Auftanken und für den Crewwechsel, bis Paris, dann umsteigen, um nach München zu kommen. Dort holen uns Belinda und Alex ab. Nach einer knappen Stunde im Auto sind wir da und hatten eine Gesamtreisezeit von 28 Stunden. Tatsächlich sind jedoch zwei Tage vergangen, da wir der Sonne entgegen flogen. Ich sehe aus aus wie ein Pandabär, bin hundemüde und doch so glücklich.
Niederhornbach liegt nördlich von München und etwas südlich zwischen Landshut und Regensburg. Dort genießen wir eine ganze Woche mit unserem Tochterherz und ihrem Freund. Belinda sorgte für ein königliches Frühstück und uns wird der Luxus in Deutschland obgleich unserer müden Augen mal wieder deutlich bewusst. Im Supermarkt und in den Restaurants kommt uns, trotz Inflation und Preiserhöhungen, alles so unsagbar preiswert vor. Wie Einstein es schon sagte, alles ist relativ. Belinda hat sich frei genommen und zeigt uns neue Facetten von Niederbayern. Ein schönes Land mit kleinen Feldern, deren Ränder ungemäht vielen Tieren Lebensraum bieten, Wäldern, Seen, Flüssen, tief eingeschnittenen Felstälern… Überall zwitschert es. Wie hat mir das gefehlt! Das ist der Frühling mit warmer Sonne, die hier willkommen ins Gesicht scheinen darf und einer kühlen Brise, die uns verwöhnte Barfußroutensegler frösteln lässt. Morgens sauge ich inbrünstig die kalte saubere Luft der Nacht ein. Man kann den Winter noch riechen. Ich hatte vergessen, wie schön das ist.
Mit der Bahn gehts nachts nach Rostock. Die Fahrt beginnt sofort mit Verwirrung, Schienenersatzverkehr, Verspätung und Ärger. Der legt sich, als wir herausbekommen, dass unser Anschlusszug von Regensburg nach Rostock später fährt und wir insgesamt pünktlich ankommen. Ich hatte schon Panik, dass wir eine Nacht auf dem Bahnhof verbringen müssen. Emails zur Information kann die Deutsche Bahn noch nicht schreiben. Na was soll’s, das lernen sie vielleicht noch. Wir haben 1. Klasse gebucht und wundern uns über die S-Bahn-Wagen als der Zug einfährt. Man kann nicht einmal die Lehnen der Sitze zurückstellen. Jeder Platz ist besetzt. Alle versuchen mehr oder weniger zu schlafen. Eine Bushaltestelle wäre nicht unbequemer. Erst als ich beim Gang zur Toilette die 2. Klasse durchquere, wird mir unser Komfortplatz bewusst. Ich muss sogar über Körper steigen, die auf der Treppe schlafen und fühle mich in DDR-Zeiten zurück versetzt. Immerhin gibt es Kaffeemaschinen an Bord und sie funktionieren. So können wir unsere Lebensgeister kurz vor Ankunft etwas beleben.
Wir dürfen alle Nächte bei meiner Schwester schlafen und bekommen dadurch viel Zeit mit ihr und ihrer Familie. Mutti wohnt nun auch in Rostock, ich muss nur einmal über die Kröpi entlang laufen. Sie scheint mindestens 15 Jahre jünger und lebt sich erstaunlich schnell ins Großstadtleben ein. Was für eine Freude, in ihre leuchtenden Augen zu sehen! Wir besuchen Stefans Eltern, essen mit Maxe und Hannah, treffen uns mit Freunden und verbringen einen ganzen Tag in Kühlungsborn. Ein paar Arztbesuche stehen auch auf der Liste und im Gesundheitsamt erneuern wir unsere Impfungen. Jeder Tag ist gut gefüllt, die Zeit vergeht wie im Fluge. Der 80. Geburtstag wird groß gefeiert. Am 74. Geburtstag meiner Muddi fahren wir zu den Wölfen nach Güstrow und essen abends griechisch beim Inder (Insider). Während ich für ein langes Wochenende nach Hamburg fahre, meine liebste Freundin Anne besuche, mal wieder ein Frauenwochenende miterleben darf und den Textchef der Yacht persönlich kennen lernen darf, seilt sich Stefan ab, um mit seinen Memoiren zu beginnen. Zum Abschluss haben wir noch einen Radioauftritt bei LOHRO. Gerhard lud uns ein. Wir lernten ihn und seine Frau auf den Galapagosinseln kennen.
Dann müssen wir packen. Drei schwere Koffer mit Ersatzteilen für die Lady, glutenfreiem Mehl, Joghurtstarter, neuen Lesebrillen und einigen anderen Luxusartikeln, die es in der Südsee nicht gibt. 0.00 Uhr holt uns das Taxi ab und bringt uns zum Flixbus. 48 Stunden dauert die Reise zurück, dieses Mal mit der Sonne. Der Tag beginnt in Berlin und endet erst 23 Stunden später in Los Angeles. Morgens um 5:30 Uhr empfängt uns eine tahitianische Band mit fröhlichen Liedern am Flughafen. Habt ihr das schon einmal in Deutschland erlebt? Mit unserer Lady ist grundsätzlich alles in Ordnung, aber sie ist schwarz vom Verkehrsdreck der einzigen Stadt Französisch Polynesiens. Bevor wir die Taschen an Bord holen, müssen wir Cockpit und Deck duschen, um den Dreck nicht überall im Boot zu verteilen. Den ersten Kaffee gibt es zwei Stunden danach. Wir sind zu Hause, aus der Heimat zurück, aber zu Hause. Unsere Familie und Freunde habe ich dieses Mal einfach eingepackt und im Salon an die Wand geklebt.
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Mit Belinda in Landshut Eis essen 🥰
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Stallbesuch, Arabella und Belinda
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| Pfingstausflug nach Regensburg |
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| Essen im Schweinswirt |
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| Das ist Pepe... |
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| Pfingstausflug zum Falkenhof |
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| Familienzuwachs Alex |
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| nachts mit der Deutschen Bahn unterwegs |
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| Essen und Erzählen, da wird es schon mal spät. |
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| ein neues Kleid aus farbenfrohem Tahitistoff |
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| In Kühlungsborn haben wir schließlich 18 km in den Beinen. |
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| einfach Freunde |
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| Jam-Session im Stadthafen |
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| 80. Geburtstag mit Torte, Sekt ... |
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Bowling und Abendessen
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| Familienzuwachs Hannah und Angkana |
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| Einfach Freundinnen und im Herzen Schwestern |
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mein Lieblingsbild mit Muddi und Schwesterherz
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| einfach Familie |
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| Frauenwochenende in Hamburg |
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| 74. Geburtstag mit Bären, |
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| Wildkatze und |
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| Wölfen. |
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| Familienzuwachs Lilly und Clara |
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| Hier muss der Gepäckwagen helfen. |
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| wieder zu Hause |
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| Familie und Freunde habe ich eingepackt. |